Gibt es ein Wort für dieses Gefühl, wenn man etwas haben will, aber der einzige Weg es zu bekommen, versaut die Sache, sodass man sie nicht mehr haben will?

(Beispiel im nächsten Tröt, aber denkt erstmal so nach)

Bsp. Um einen KiTa-Platz in der "besten" KiTa zu bekommen, muss man irgendeine Korruption durchlaufen, wie der Leitung eine Weinflasche schenken, schon mal Mitglied im Förderverein werden, durchblicken lassen, in welcher Straße man wohnt, etc.

Zu wissen, dass die Auswahl so funktioniert führt bei mir zuverlässig dazu, dass ich eine viel niedrigere Meinung von der KiTa habe. Vor allem, zu wissen, dass alle anderen Eltern da auch mitgespielt haben und man dann in dem Umfeld ist, usw.

@tomkalei Enttäuschung wäre mein erster Tipp gewesen

@JensB

Ja aber mach der Enttäuschung gehts ja weiter. Du musst ja ne Entscheidung treffen, ob du das Ding noch willst oder nicht aber es ist versalzen und dann ist man einfach traurig.

@tomkalei Oder man fühlt: Widerstand.

@JensB

Ent-Täuschung ist einfach ein geniales Wort, wenn man darüber nachdenkt.

Vorher war man getäuscht. Danach nicht mehr.

@tomkalei Man tauscht auch etwas gegen etwas anderes. Abstrakt: einen Zustand gegen einen anderen.
@tomkalei
Mir fällt dazu nur die alte Weisheit ein "Um Präsident zu werden, braucht man Eigenschaften, die einen für das Amt ungeeignet machen".

@slowtiger

Oh, auch sehr gut!!

Und jetzt fällt mir Woody Allen ein: Ich möchte in keinem Club Mitglied sein, der mich als Mitglied aufnehmen würde.

@tomkalei
Das ist allerdings von Groucho Marx.

@slowtiger

Ups. Dann muss ich jetzt mal was in meinem Lineare Algebra 1 Script ändern. Da kommt das Zitat nämlich bei der Mengenlehre und Russels Paradoxon auch vor. Es ist nämlich nur scheinbar paradox und logisch komplett konsistent.

@slowtiger

Ah, OK. Anscheinend kommt das in "Der Stadtneurotiker" vor und wird dort von Allen als Alvy Singer gesagt.

@tomkalei Danke für diesen Thread; das ist echt ne coole Frage, und obwohl ich mich sprachlich viel mit Sprache beschäftige, fällt mir dafür kein treffender Begriff ein (wobei deine Vorschlag mit der Ent-Täuschung da schon nah dran ist). Ob es in anderen Sprachen ein eigenes Wort dafür gibt?
@tomkalei Was auch ganz gut passt, ist: Das verdirbt es mir. Da steckt ja "darben" drin, also nach etwas hungern, im übertragenen Sinn auch sich nach etwas sehnen, etwas begehren, haben wollen, vielleicht sogar haben müssen. Und dieses Darben ist dann weg, verschoben, verdorben, irgendwo andershin verschwunden, dafür steht im Deutschen ja die Vorsilbe ver-.