Jemand, der argumentiert, Forschung sei kein Selbstzweck und hätte gefälligst der Wirtschaft zu dienen, ist derart weit vom Weg abgekommen, dass er völlig ignoriert, dass Wirtschaft kein Selbstzweck ist.

@sixtus Das möchte ich relativieren: Bei *technischer* Forschung sollte das durchaus so sein. Sonst beforsche ich nämlich für viel Geld Flugtaxis, die nie jemand fliegen und Mini-AKW, die nie jemand bauen wird.

Aber es gibt ja auch noch andere Forschung. Bei Philosophie, Geschichte oder Germanistik kann ich mir nicht vorstellen, wie das primär der Wirtschaft dienen soll. Aber die bekommen anteilig meines Wissens ohnehin schon viel weniger Fördergelder. Da passt das schon!

@Quantium40 @sixtus Auch in den Naturwissenschaften ist sehr viel Forschung völlig wirtschaftsunabhängig notwendig, um überhaupt mal Gebiete zu erschliessen und Zusammenhänge klar zu machen.

Sonst werden wir nämlich von Naturgesetzen und Phänomenen überrascht, die uns bei allein ziel/zweckorientierter Forschung nicht bekannt wären.

Klimaforschung ist so ein Beispiel. Vom Eiszeit-Rätsel zur solaren Energiebilanz-Rechnung, der Entdeckung des IR-Effekts von CO2 und anderen Gasen, bis hin zum Nachweis, dass die CO2-Zunahme komplett menschengemacht ist (C12, C13 Isotope).

Selbst so wirtschaftlich scheinbar so "unnütze" Forschung wie biologische Vielfalt - Insekten zählen - wird dann plötzlich wichtig, weil Landwirtschaft und Krankheiten betroffen sind.

Rein wirtschaftlich orientierte „technische“ Forschung heisst Ingenieurwissenschaften, also Umsetzung der Ergebnisse anderer Forschungsbereiche.