Brrr und Grrrrr!!  

Da wollte ich mich endlich meiner Musikblockade stellen und an einem Projektchor teilnehmen- Einladung via Freundschaftsapp.

Gurke bei fiesem Nieselregen, der mir durch sämtliche Poren ging durch düstere Straßen, wundere mich vor Ort dann, wie ultra viel da los ist- um dann zu erfahren, dass die Veranstaltung gar nicht statt findet, sondern ein Konzert. Statt kuscheliger max. 12-Personen-Gruppe plötzlich über 100??  
Nee, danke!

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Mein Handy hatte ich bewusst daheim gelassen, weil ich mich ganz aufs Singen konzentrieren wollte- und annahm, vor dem Gebäude die anderen Teilnehmer zu treffen. Pustekuchen!  

Genervt und enttäuscht möchte ich gerade wieder gehen, da stoße ich fast mit einem Ehepaar zusammen, bei denen ich vor einigen Jahren Hundesitterin war.
Freudig begrüßt sie mich- und beginnt in all dem Trubel SOFORT, mich mit

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"Hey-wie-gehts??-vor-allem-beruflich??-wohnst-du-noch-in-dieser-sehr-kleinen-Wohnung??-Fragen" zuzuballern.HILFE!!!
Irgendwie schaffe ich es, mich aus dem Fragenhagel zu befreien, sage, dass ich hier mit Bekannten verabredet sei- und flüchte nach draußen....
im Discounter auf dem Rückweg kommen dann doch die Tränen. In dessen Augen bin ich vermutlich eine Versagerin. Beide Akademiker, nun im Ruhestand, der Sohn bekam alle erdenklichen Förderungen, um seinen Traum des Studiums sich ermöglichen
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@wortsalatfinchen
"Oh danke der vielen Nachfragen, aber ich muss erst mal meine Bekannten suchen. Bye ..."
(Wenn ich gut drauf wäre.)

"Oh das waren aber jetzt viele Fragen auf einmal. Ich muss erst mal weiter ..."
(Etwas genervter)

Du. Bist. Wertvoll.
Egal, was andere mit mehr Geld, Karriere, Statussymbolen von dir denken oder was du glaubst, was sie denken. Denn du schreibst selbst "vermutlich" 💚

@elbtalpomeranze

Da habe ich jetzt echt etwas Pipi in den Augen... 🥹 Dankeschön!!!

Mein Verstand nickt zustimmend und sagt, dass ich nur die "saubere Fassade" anderer sehe. Mein Herz hingegen lässt sich da leider schnell verunsichern.

Mein vergangenes Jahr bestand ja nicht nur aus der Reha, sondern später einer weitern OP keine 4 Monate nach der ersten und dessen Nachwirkungen, Physio, Ängste um das ewige Alleindurchkämpfen, private Ent-Täuschungen mit zwei "Freunden"...

Es war. ZU Viel.

@wortsalatfinchen Genau das. Mein von außen wahrnehmbarer Stand vor 12 J. war H4-Empfängerin mit Whg. im Plattenbau. Zumindest die Wohnlage bekam ich mal gespiegelt mit: "Ich hab mich schon immer gefragt, wer DA wohnt." Meine trockene Antwort war: "Na Leute wie ich. Ich hab coole Nachbarn aus x Ländern & keinen Stress im Haus."
Außerdem hatte ich meine innere Liste, was ich alles erreicht hatte (was nur nicht jeder sehen kann). Die gehe ich jetzt noch manchmal durch & klopfe mir auf die Schulter