@rpolenz das Wahlrecht der USA kann man auch nur mit einäugiger Großzügigkeit demokratisch nennen – selbst heute. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegen dort Welten.
Statt einer Selbstverständlichkeit für alle Staatsbürgerinnen, muss jede sich aktiv um Eintragung in Wahllisten anstrengen – und das wird einem je nach Staat und County unterschiedlich schwer gemacht oder gar verweigert, ggf. wegen Nichtigkeiten wie einem Verkehrsverstoß.
Solche Hindernisse ausräumen braucht dort oft teure Rechtsverfahren. Wählen dauert mancherorts sehr lange — an einem Arbeitstag! All dies verwehrt insbesondere Armen ihr Wahlrecht.
Ebenso fragwürdig ist die Gleichheit: je nach Wahlkreis bewirkt eine Stimme nur den Bruchteil einer anderen bei Repräsentation in Senat, Kongress und bei der Präsidentenwahl.