1/3 Ich bin immer wieder erschrocken darüber, dass #Kolonialverbrechen aus nicht nur behaupteter, sondern auch aus ehrlich empfundener guter Absicht ggü. den "Eingeborenen" verübt wurden. Das setzt sich nach der formalen Dekolonialisierung fort. #Rassismus #Postkolonialismus #Paternalismus
2/3 Ein extremes Beispiel: Viele der Skandale, wegen der #Grönland zur vollen Unabhängigkeit von #Dänemark strebt, geschahen aus "bester Absicht", auch die kulturelle Danisierung. Sogar die Spiralen-Kampagne der 1960er und 1970er Jahre zur Geburtenkontrolle bzw. zur Eindämmung der als Problem wahrgenommenen vielen Teenagerschwangerschaften. Sie entgleiste zu einem de-facto Zwangssterilisations-Programm, aus einer paternalistischen Haltung, gepaart mit kulturellem Rassismus.
3/3 Die jungen grönländischen Mädchen und Frauen konnten aus Sicht der durchführenden dänischen Ärzte nicht einschätzen, was gut für sie ist: Eine weit verbreitete Ansicht war, dass die Inuit ohne an die Zukunft zu denken, Babys in die Welt setzen würde.
Viele Programme zur Geburtenkontrolle im Rahmen der Entwicklungshilfe, z. B. für afrikanische Länder folgen der gleichen respektlosen Logik.
@MartinM du. Die Nazis glaubten die Welt zu retten. Die empfanden sich nicht als böse. Mich überrascht das nicht. Erschreckend finde ich es natürlich trotzdem weil ich so Gedanken auch oft verdränge.
@MartinM
Tja. Für schlechte Menschen gelten dieselben psychologischen Mechanismen wie für die guten. So lange copen, deuten und relativieren bis man morgens wieder in den Spiegel schauen kann und denkt, was bin ich nur für ein guter, zugewandter Mensch.