Verfolgt in Deutschland, ausgewiesen aus Frankreich, ist Karl Marx mit 64 Jahren am 14. März 1883 in London gestorben.

Er ist bis heute der wohl einflussreichste Theoretiker der klassenlosen Gesellschaft. Marx war den Herrschenden auch in seiner politischen Praxis zeitlebens ein Dorn im Auge.

#AnDiesemTag 🧵

„Und deswegen war Marx der bestgehaßte und bestverleumdete Mann seiner Zeit. Regierungen, absolute wie republikanische, wiesen ihn aus, Bourgeois, konservative wie extrem-demokratische, logen ihm um die Wette Verlästerungen nach.“
So sein langjähriger Freund und Weggefährte Friedrich Engels in seiner Grabrede, wo er weiter herausstellte, das sein Verdienst vor allem in einer Ausarbeitung der „Bewegungsgesetze der heutigen kapitalistischen Produktionsweise und der von ihr erzeugten bürgerlichen Gesellschaft“ bestand. Damit hat er aber auch zu einem wissenschaftlichen Verständnis der bisherigen Geschichte als Geschichte der Klassenkämpfe beigetragen.
Sein Hauptwerk, „Das Kapital“, dessen erster Band 1867 erschien, ist weiterhin ein Grundlagenwerk der materialistischen Theorie und der emanzipatorischen Bildungsarbeit rund um die Welt. Marx wurde im engen Kreis von etwa einem Dutzend Familienangehörigen und Freunden im selben schlichten Grab wie seine Frau bereits 15 Monate zuvor bestattet – und in dem fünf Tage später auch Marx‘ Enkelkind Harry Longuet bestattet werden sollte.
Das Grab der Familie lag im agnostischen und atheistischen Teil des Friedhofs – nur schwer auffindbar, wie sich Besucher*innen im Nachhinein beschwerten. Das heutige Monument mit einer bronzenen Porträtbüste des Bildhauers Lawrence Bradshaw auf einem hohen Sockel mit der eingelassenen ursprünglichen Grabplatte, wurde erst 1954 vom Marx-Memorial-Fund gestiftet und das Grab an eine prominentere Stelle verlegt.