"Der Raum, der mir zur Verfügung steht, ist innerhalb weniger Wochen auf ein Minimum geschrumpft. Mein Körper fühlt das. Ich gehe einkaufen, joggen, mache Fahrradtouren, puzzle, spiele, lese. Und in den Pausen, wenn Junior sich allein beschäftigt oder doch mal schläft, da sitze ich da und zittere. Ich versuche, zu atmen, aber es geht nicht gut. Ich schaffe das, ich schaffe das, ich schaffe das. Der Druck ist zu groß."

Gebloggt: https://anna-livia.de/wir-schaffen-das/

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Wir schaffen das – Anna Koschinski

@crossgolf_rebel ist ja schon lange her ☺
@a_koschinski ich kenne das leider auch, ebenso meine Frau. Ein unsichtbarer Käfig aus allem und so schwer, da raus zu kommen

@a_koschinski
Danke Anna, für diesen Einblick.

Für mich ist das ein Perspektivwechsel, der(für mich) so wichtig ist.
Alleinerziehend, die wirklich freie Zeit brach weg, Aufträge erledigen wollen, dein Junior, dem auch so viel genommen wurde wo er doch Spaß haben sollte mit Kindern.

Wir schaffen das. Ja! Und irgendwie nein.

@Gela wir haben alle unsere Kämpfe, meiner ist sicher nicht härter als andere. Aber ich weiß noch, dass ich auf Facebook damals nicht mehr sein konnte, als so viele Menschen gepostet haben, wie schön die freie Zeit (mit den Kindern) doch wäre. Endlich das Hochbeet bauen, Kekse backen und den lieben langen Tag spielen, voll entspannt. Ich hab das auch gemacht, während im Hintergrund alles andere zusammengebrochen ist 🤷‍♀️

@a_koschinski
Mir gings gar nicht um was ist härter😉

Ich glaube anfangs haben viele, die nicht finanziell bedroht waren, die Zeit auch genossen.
Aber je länger dieses Eingeengtsein dauerte, umso krasser wurde es.

Für mich war der 2. Lockdown der Schlimmere, weil über Winter, nichtmal den Balkon lange nutzen können (was beim 1. LD doch super ging Dank des Wetters), düster, unzufriedener Großer, der das draußen sein liebt - und wegen seines Bruders zurückstecken musste auf ganzer Linie.

Es hat was mit uns gemacht.
Ich persönlich kenne die Phasen des zu Hause sein müssen durch meine Jungs, das war nicht schlimm. Aber je länger es dauerte, alles extrem auf Abstand - das war neu.

@Gela den fand ich nicht so schlimm, weil da das System (wieder) funktionierte. Zumindest ein bisschen. Beim ersten war diese Ungewissheit, das war das Schlimmste. Finanziell gab es keine Probleme, aber es gab einfach keine Zeit mehr. Und dieses schlimme Gefühl, nichts zu schaffen. Ich war die größte Enttäuschung für so viele Menschen - nur nicht für Junior.
@Gela zum 5-jährigen letztes Jahr hatte mich ein großer Radiosender angerufen, ob ich nicht meine Story erzählen wollte. Man wolle verschiedene Perspektiven aufzeigen (die besonders spannenden, haha). Natürlich wollte ich das nicht - was soll schon dabei rauskommen, wenn man nur darauf bedacht ist, besonders rührselige oder extreme Storys zusammenzubringen. Letztlich wird es vergessen werden. Und nichts wurde gelernt.

@a_koschinski
"Ich war die größte Enttäuschung für so viele Menschen - nur nicht für Junior."

Ehrlich? Einer fand dich Klasse, dein Sohn.
Mir persönlich reicht das, in solchen Ausnahmesituationen.
Das mag uns beide unterscheiden, denk ich.

Hauptsache ich enttäusche meine Kernfamilie nicht. Mir wichtig.

Ach nee, das war einfach ne irre Zeit.
Zeit für mich alleine hab ich aber arg vermisst.

@Gela dass es nicht reicht, meinst du, unterscheidet uns? Ich denke, wenn man Dinge zusagt, dann ist es gut, sie auch zu machen. Und es schmerzt mich, das nicht zu können, egal ob ich hinterher sage "richtige Entscheidung"

@a_koschinski
Von meiner (Familien)Situation ausgehend, nicht allgemeingültig, ist es mir seit Jahren egal, ob ich - so gern ich Zusagen einhalten möchte - das schlussendlich schaffe, oder nicht.

Ich kann mich nicht zerteilen.

Aber das du und andere das schmerzlich sehen, kann ich trotzdem nachvollziehen.

@Gela ja, das Leben ist zu oft nicht planbar. Und klar, niemand kann sich zerteilen. Gut, dass du dir kein schlechtes Gewissen machst, ist sicher die gesündere Variante.
@a_koschinski
Ich hab lange gebraucht, Anna.
Aber ich bin schon froh, dass das für mich passt.