Wenn man politisch nicht auf Linie ist, hat man plötzlich unerklärliche Misserfolge. Die Leistungen, die man wie immer erbringt, sind nicht mehr gut genug. Auszeichnungen, Beförderungen und Zuschüsse gehen immer knapp an einem vorbei, bis man sich freiwillig wieder einreiht.

So war es in der DDR, soll es auch unter der CDU so sein?

Die Methode ist so perfide: Es wird dir einfach gesagt, deine Buchhandlung habe keinen Preis gewonnen, und du denkst dir: „Vielleicht hab ich nachgelassen. Und die Mitbewerber verdienen es ja auch mal.“ In Wahrheit hatte man dir sogar einen Sonderpreis zugedacht, weil du so gut bist. Aber du missfällst halt der Regierung.

Es wird ja nicht gesagt: „Wegen folgender Gesetzesverstöße schließen wir dich aus.“ Das Visier bleibt feige zu. Es liegt auch nichts Konkretes vor. Finde selbst heraus, wie du den Ring küssen musst, um wieder Erfolg zu haben.

Es ist hoffentlich klar, dass diese Heimtücke nicht nur auf Preisvergaben anwendbar ist.

Die Abinote deines Sohnes würde vielleicht für ein Studium reichen, wenn du nicht so gegen die Partei wärst.

@haekelschwein
Das erinnert mich irgendwie an die Deutsche Demokratische Realität.
Da war Parteigenehmheit auch notenentscheidend.

@haekelschwein

Da war die Politik vor 90 Jahren wesentlich direkter und offener warum man das Missfallen erregte. Und der letzte Satz scheint wieder in vielen Ländern zu gelten.

Heute im Museum gesehen. Wo so etwas hingehört.

@haekelschwein

Und dann gibt es in den Medien eine einmütige Welle der Solidarität, die Mensche gehen zu den Gedissten, kaufen bei ihnen ein. Dem Funktionär werden die Leviten gelesen. Seine Lügen werden angeprangert. Ist das nicht doch ein bisschen anders?

@freistern Diese (tolle!) Reaktion konnte es aber nur geben, weil die ganze Schweinerei (dank freier Presse) aufgeflogen ist. Sonst hätte ja niemand erfahren, wer die Buchhandlungspreise eigentlich hätte bekommen sollen.

Und wir wissen auch nicht, welche anderen Gelder, Auszeichnungen oder Genehmigungen gerade wem weshalb vorenthalten werden, ohne dass dies je publik wird.

@haekelschwein

Auch alle anderen haben die Möglichkeit, sich öffentlich zu beschweren. Wer sich traute, konnte in der DDR "Eingaben" machen. Ohne Rechtsanspruch. Wir können den Staat verklagen. Diese Unterschiede zur DDR sind enorm.

@haekelschwein war es jemals nicht so?
@haekelschwein So war es auch in der BRD. Mein Vater hat mir heute eine haarsträubende Geschichte erzählt, wie er ein Stipendium im Studium nicht bekommen hat wegen eines Referats, in dem er befand, dass das, was "damals" Recht war, natürlich als Unrecht bestraft werden muss. Der Nazimuff ist ja lange genug in wichtigen Positionen geblieben.