Egal was Schüler*innen von Lyrik halten: Wenn wir Gedichte zum Holocaust untersuchen, beobachte ich jedes Mal das Gleiche. Die Gedichte wirken durch ihre Gestaltung sofort, ohne dass sie den Inhalt verstehen. Sie wollen dann auch wirklich wissen, was die ganzen sprachlichen Bilder zu bedeuten haben und wofür sie stehen. Und dann kann man es an ihren Gesichtern sehen, wie das Verständnis einsetzt (und das Entsetzen) ...
#FediLZ #deutschEDU
Das ist für mich wirklich spannend zu beobachten, weil sich dieser Prozess hier mal ganz deutlich (und nahezu gleichzeitig) an Mimik, Gestik und Verhalten zeigt.
@herbstjuste Hey, das klingt interessant für den Geschichtsunterricht. Welche Gedichte kannst du dafür denn empfehlen? Kenne mich damit nicht aus.
@florian Wir haben uns in Deutsch in Klasse 12 Gesamtschule "Dein Leib im Rauch durch die Luft" von Nelly Sachs und "Todesfuge" von Paul Celan angeschaut. Letzteres ist wirklich sehr anspruchsvoll, aber insgesamt braucht Holocaustlyrik ohnehin viel Begleitung, damit sie verstanden wird. Ich hab aber noch ein paar andere herumliegen, da kann ich morgen mal in Ruhe schauen.
@herbstjuste Ah, Paul Celan, danke für den Tipp! Den kannte ich vom Doku-Film "Nacht und Nebel" aus den 1950ern, für den er den Text geschrieben hat. Der ist auch sehr düster und fast schon lyrisch.
Ich hatte mal das jiddische Gedicht "Es brent" im Unterricht behandelt, was noch den spannenden Bonus der fremden, aber doch vertraut wirkenden Sprache hatte. Deshalb wollte ich aber auch etwas mehr ins Thema Lyrik einsteigen, da kommt dein Input wie gerufen. ;)