"Enshittification" beschreibt die Verschlechterung digitaler Services. Der norwegische Konsumentenschutz, Forbrukerrådet (Pendant zum österreichischen VKI), hat das Thema kürzlich aufgegriffen und einerseits ein sehr unterhaltsames & sehenswertes Video dazu erstellt: https://vimeo.com/1168468796 - andererseits haben sie auch einen 100 Seiten starken Bericht, "Breaking Free", veröffentlicht: https://www.forbrukerradet.no/breakingfree

(1/4)

via @digitalrechte

The Ensh*ttificator

Vimeo

Der Bericht ist lesenswert, vor allem wegen der zahlreichen Beispiele: IT-Unternehmen, Kundendienst, Automobilbranche, Computerspiele, Smart Home, Drucker, Dating Apps... die Liste ist lang und konkret. Der Bericht liest sich als eine Abrechnung des Konsumentenschutzes mit digitalen Geschäftsmodellen. Die Unehrlichkeit vieler Angebote ist den Autor:innen ein Dorn im Auge.

(2/4)

Beschriebene Gegenmaßnahmen: technische Interoperabilität, Förderung von Alternativen (insb. #opensource Software und insb. über die öffentliche Beschaffung), starke Wettbewerbsbehörden (in Österreich die Bundeswettbewerbsbehörde) mit entsprechenden #antitrust Maßnahmen und Rechtsdurchsetzung, vor allem auf EU-Ebene, z.B. rund um den Digital Markets Act. Es braucht also ein ganzes Puzzle an Maßnahmen und viele "kleine" Schritte, um Digitalisierung & Internet (wieder) zu verbessern.

(3/4)

Die Perspektive des Konsumentenschutzes ist eine zentrale. Gleichzeitig steckt in einem besseren Internet auch viel wirtschaftliches Potenzial. Wie das aussehen und volkswirtschaftlich genutzt werden könnte, skizziert @pluralistic - Erfinder des Worts "Enshittification" - in einem ebenfalls lesenswerten Artikel am Beispiel Kanada. Die beschriebene Vorgehensweise kann genauso eine Inspiration für Europa sein:

https://pluralistic.net/2026/01/12/disenshittification-nation-2/

(4/4)

Pluralistic: A winning trade war strategy for Canada (11 Jan 2026) – Pluralistic: Daily links from Cory Doctorow

@1michi @pluralistic Eben! Der Artikel von Doctorow / Pluralistic fasst sehr gut und anschaulich zusammen, wie eine relativ neue Gesetzgebung (die beim grossen Publikum kaum bekannt ist) für Konsumenten ganz schlimm freiheitsraubend ist. Wenn Kanada als erste Nation nicht mehr mit dieser Masche mitmacht, kann daraus ein weltweit wirksames Signal entstehen, wodurch Konsumenten in aller Welt sich emanzipieren.