Wie sehr ich mich inzwischen daran gewöhnt habe, nur einen minimalen Bruchteil meiner Gedanken nach außen zu tragen, weil ich nur diesen schnell genug formuliert bekomme.
Vor einem Jahr bin ich daran noch verzweifelt. Vermutlich, weil ich mein Leben lang an meiner Intelligenz gezweifelt habe.

Und hier bricht der Tröt auch schon wieder ab. Zu viele Inhalte und Verzweigungen warten ausformuliert im Hirn, aber reden und schreiben kann ich nur ein Wort nach dem anderen.

#Hochbegabung

@Kaddastrophe (Ich frage mich in letzter Zeit häufiger, wie Menschen im Leben zurechtkommen, die weniger wahrnehmen und begreifen als ich, weil das ja die Norm zu sein scheint.)
@Tigerkaninchen
Meine gefühlte Wahrheit: sie kommen damit besser zurecht.
@Kaddastrophe Das ja, ich meine damit aber mehr, wie es sich im Inneren anfühlt, was natürlich kein cleverer Gedanke ist, weil es nur schrecklich sein muss, wenn man von dem Unterschied weiß.

@Tigerkaninchen
Das ist der Punkt: wenn du den Unterschied nicht kennst, dann fehlt dir da nichts.

Ich merke oft in Gesprächen, wo ich das Terrain der Person gerade verlasse. Für die andere Person scheint das nicht ersichtlich zu sein. In den Momenten werde ich dann als komisch oder auch mal als dumm bezeichnet.

@Kaddastrophe Ja, so anstrengend, auch emotional.

Ich habe lange Zeit gedacht, ich sei tatsächlich viel dümmer, trotz des Ergebnisses des Hawie Tests. Ohne das Wissen um den ganzen Umfang der Neurodivergenz ergibt ein IQ Test auch wenig Sinn, wenn es um den Umgang mit anderen Menschen geht.

@Tigerkaninchen
Ja, voll wichtig die Hochbegabung als Teil der Neurodivergenz zu verstehen, weil dadurch auch wieder so viele Vorurteile wegfallen. Es geht nicht um Genie oder so, sondern um eine anders arbeitendes Hirn mit Vor- und Nachteilen
@Kaddastrophe Das und weitere Neurodivergenzen. Der Autismus bringt z.B. weitere Komplexität rein.