In puncto Gesellschaftsspiele (ich zähle Puzzle dazu, die wir ab und an 'gegeneinander' spielen) herrscht in unserer Familie ein merkwürdiger Zustand.

Ich bin an Gesellschaftsspielen völlig desinteressiert. Freiwillig würde ich nie welche spielen. Aber fürs Kind (4) mache ich natürlich gelegentlich mit.

Das Kind spielt an sich ganz gerne, kann aber extrem schlecht verlieren und wird dann traurig (größerer Wutanfall).

(Ich kann auch schlecht verlieren und kann nicht ausschließen, dass mein Desinteresse an Spielen mein Versuch ist, dieser Emotion aus dem Weg zu gehen.)

Ich fühle mich etwas komisch damit, das Kind immer und immer gewinnen zu lassen. (Okay, manchmal hat es mehr Glück oder puzzelt tatsächlich schneller, aber meistens mache ich langsam oder dulde Regelverletzungen zu seinen Gunsten.)

Ich würde mich aber auch komisch dabei fühlen, ein vierjähriges Kind bei einem Spiel abzuziehen und bei etwas, das mir echt strunzegal ist, aus rein pädagogischen Gründen traurig zu machen und dann auch noch trösten zu müssen.

Im Grunde vertraue ich darauf, dass das Kind in der Kita schon verlieren 'lernen' wird. Vielleicht wollen die anderen Kinder dringender als ich gewinnen und passiert es dann einfach mal. Zum Trösten wäre ich natürlich immer bereit.

Wie machen das denn andere #FediEltern, die nicht gerne spielen und deren Kinder große Mühe mit Verlieren haben?

@SaySimonSay habt ihr schon mal kooperative Spiele probiert? Da spielt man gemeinsam gegen das Spiel, was glaub ich für kleine Kinder echt schöner ist, denn gewinnt oder verliert eben gemeinsam. Und als Elter hat man nicht den Konflikt des "gewinnen lassens"
Ad hoc kann ich dir jetzt keine nennen (unsere Bohne ist noch zu klein, daher bin ich bei Kinderspielen nicht fit), aber findet man mit Google bestimmt.
Oder man spielt z.B. Memories, da sind Kinder ja meist eh um länger besser.

@IrisMoebius Ich habe von dem Konzept gehört, aber noch nie eines gespielt und auch noch nicht in diese Richtung recherchiert (da ich wie gesagt nicht gerne spiele). Ich müsste mal schauen, ob es das auch schon für dieses Alter gibt.

Ich empfinde es gar nicht als so großen Konflikt. Im Grunde ist es mir wurscht. Soll das Kind halt gewinnen. Aber eine Stimme in mir sagt: 'Dann wird es aber nie verlieren lernen und das ist bestimmt ganz schlecht.' (Keine Ahnung, ob das stimmt.)

@SaySimonSay @IrisMoebius

Ich finde bei alle diesen Gedanken wichtig: Wir sind Eltern und nicht pädagogische Fachkräfte. Wie müssen nicht aus jeder Situation eine pädagogisch wertvolle machen, wir dürfen auch einfach Zeit mit unserem Kind verbringen. Vielleicht lernt es Dinge später oder früher, aber doch sehr selten sofort oder nie.

@Drude Ja, so sehe ich das auch. Als Elter gebe ich meinem Kind gerne Dinge weiter, die mir Freude machen. Aber Gesellschaftsspiele gehören für mich nicht dazu. Oder zumindest keine Spiele, bei denen eine Person gewinnt. Ich bin ja auch durchs Leben gekommen, ohne Spiele zu mögen. Und wenn mein Kind das ähnlich empfindet, möchte ich es nicht mutwillig traurig machen mit etwas, das mir selbst nichts bedeutet.

(Und vielleicht ist es auch eine total berechtigte Position, solche Spiele nicht zu mögen und ihnen aus dem Weg zu gehen. Ich finde es so kalt und hart, wenn jemand einfach nur verloren hat, ohne Nuance. So krass ist es im echten Leben doch auch nicht immer. Dann hat man zwar den Job nicht bekommen, aber dafür einen anderen. Oder man hat seinen Schlüssel verloren, aber dafür eine alte Freundin getroffen. Und bestimmt haben Leute, denen das Verlieren nichts ausmacht oder die es zumindest nicht so heftig trifft, ganz viele tolle Vorteile im Leben, aber das sind dann halt andere Menschen als ich.)

@IrisMoebius

@SaySimonSay @IrisMoebius

Ich mag nur Spiele, die so kurz sind, dass man viele Runden spielen kann. Dann ist das einzelne Verlieren nicht so relevant. So Spiele, wo man drei Stunden eine phantastisches Reich aufbaut, um dann am Ende zu verlieren, weil man nicht genug Kathedralen hat, machen mir auch keinen Spaß. Vielen anderen ja schon. Aber ich mag lange Spiele nur, wenn sie kooperativ sind.

@Drude @SaySimonSay ja, ich mag so lange Spiele, aber mir ist wichtig, dass das was man da 3 stunden lang tut, spaß macht. Ich mag z.b. keine konfrontativen spiele wo man sich gegenseitig sachen kaputt macht sondern tüftele lieber vor mich hin. Das ist in sich befriedigend, da ist dann nicht so schlimm wenn jemand anderes ein paar Punkte mehr hat.
Aber in meinem Kopf ist Verlieren = Letzter. Wenn man zu viert spielt und ich werde 2. oder 3. bin ich damit meist total zufrieden...
@SaySimonSay das schöne bei kooperativen Spielen ist halt, dass das Kind hier durchaus manchmal verliert, weil eben das Spiel gewinnt, aber da die Eltern dann eben auch nicht gewinnen, kann man sich gemeinsam freuen oder ärgern.

@SaySimonSay @IrisMoebius

Ich habe ein schönes kooperatives Spiel kennengelernt, "Team 3". Es geht darum, mit geometrischen Bausteinen Formen nachzulegen.
Dabei sieht Spieler 1 die Karte, darf aber nicht sprechen, nur mit Gesten zeigen, Spieler 2 sieht die Gesten und muss sie in Sprache "übersetzen" und Spieler 3 hat die Augen verbunden und muss die Bausteine nach den Anweisungen von Spieler 2 zusammenstellen. Kann man auf Zeit spielen, muss aber nicht.
Und kann man altersgerecht variieren.

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