RE: https://fairmove.net/@sofasophia/116182946854248333
#abendgedanken
🧵1/4
Danke, @sofasophia , für diesen Post.
Ich erlebe das selbst immer wieder. Immer wieder bekomme ich zu hören, gerade von Therapeut:innen, ich würde mich hinter meiner Logik verstecken, ich würde meine Gefühle nicht zulassen. Was für ein Irrtum.
Es heißt immer wieder, Autist:innen würden nicht oder zu wenig fühlen. Immer wieder wird uns - von neurotypischen Menschen - Mangel an Empathie vorgeworfen.
Ich halte das für eine grundlegende Fehlinterpretation.
#lebenmitautismus
🧵2/4
Ich erlebe z. B. das genaue Gegenteil: ich fühle mit, ständig, immer, mit allem, egal, ob Menschen, Tiere, Pflanzen oder Steine. Das ist anstrengend und überfordert mein System regelmäßig. Abschotten funktioniert nicht wirklich oder wenn, nur für begrenzte Zeiträume. Also habe ich geübt, zu verstehen, was da passiert. Ich habe Worte gesammelt, um zu beschreiben.
Dazu brauche ich meinen Verstand, meine Logik. Wenn ich in meinem Verstand bin, gibt mein Gefühl "Ruhe", weil es sich gesehen weiß
🧵3/4
Dann braucht es keinen Alarm mehr zu machen.
Und ich kann an einer Lösung arbeiten.
Ein wichtiges Hilfsmittel ist für mich dabei die Transaktionsanalyse geworden. Das Konzept der TA basiert auf jahrzehntelangen Beobachtungen von zwischenmenschlichen Interaktionen. Und TA lässt mich nicht in meinen Emotionen "hängen", wie ich das mit anderen psychoanalytischen Schulen erlebt habe, sondern sie stellt W-Fragen: Warum? Woher? Was? Wie?
🧵4/4
Damit kann ich meinen Verstand und meine Emotionen zu einer konstruktiven Zusammenarbeit bringen, über die ich dann zu Lösungen kommen kann.
Es war ein langer Weg, aber heute bin ich an einem Punkt, an dem mein inneres Team meistens kooperiert. Dafür bin ich dankbar.
Es macht den Ansturm von außen nicht geringer - aber es sorgt zumindest dafür, dass er im Inneren (meistens) nicht (mehr) so heftig ausfällt.
🦋
#lebenmitautismus #mitgefühl
@Sagesse Ja, das kenn ich so ähnlich. Wenn auch mit anderen Werkzeugen.