Patientin meldet sich wegen erneut aufgetretener massiver Beschwerden, nachdem es ihr deutlich besser ging. Nach intensiver Ursachenforschung stellt sich heraus, dass sie ein Medikament, das sie bisher immer bei einer bestimmten Apotheke bezogen hatte, diesmal von einer anderen Apotheke 1/5
hat herstellen lassen. Da diese Apotheke nicht dazu in der Lage war den Wirkstoff (Progesteron) in Öl zu lösen, hat sie einfach, ohne Rücksprache mit mir, als Füllmittel Mannitol und Cellulose verwendet. Da es sich bei Progesteron (ein Geschlechtshormon) jedoch um 2/5
eine fettlösliche Substanz handelt, wird es mit Mannitol und Cellulose als Füllstoff, also ohne Fett (Öl), wesentlich schlechter vom Darm aufgenommen. Somit hat die Patientin plötzlich eine viel zu niedrige Dosis Progesteron bekommen, obwohl die Kapseln prinzipiell die richtige Dosis enthalten. 3/5
Sollen Geschlechtshormone oral eingeommen werden, sollten sie idealerweise immer mikronisiert und in Öl suspendiert verkapselt werden, um die bestmögliche Aufnahme zu gewährleisten. 4/5
Handelsübliche Progesteronpräparate, wie Utrogest, Famenita oder Progestan, sind immer auf Ölbasis. Aufgrund von Unverträglichkeiten oder wenn eine individuelle Dosierung benötigt wird, kann es jedoch notwendig sein Progesteron-Kapseln individuell herstellen zu lassen. #Serviceskeet 5/5