Ich werde dieses Jahr 58 Jahre alt und musste mich immer damit abfinden, dass keine Regierung optimal ist, im Gegenteil, die bleierne Zeit unter Kohl, die bleierne Zeit unter Merkel, die furchtbare Regierung unter Schröder, den unsichtbaren Scholz aber Merz schlägt alles. Jeden Morgen, wenn ich einen Blick in die Medien werfe, bin ich von Entsetzen, Fremdscham und ohnmächtiger Wut gebeutelt.
@somlu1968 .
Dann kennste ja noch Helmut Schmid...
@Plessek na ja kennen, als Schmidt Kanzler wurde, war ic h6 Jahre alt, nicht unbedingt eine der politisch bewussten Phasen in meinem Leben.
@somlu1968
Ich bin genauso alt wie du. Schmidt selbst ist für mich eher ein Phantom, denn reale Erinnerung.
Ich erinnere mich noch an Friedensdemos und "Stoppt Strauß" 1980, aber politisches Bewusstsein begann richtig mit Kohls & Genschers "geistig-moralischer Wende" und "Arbeit muss sich wieder lohnen"-Sprüchen und dann dem größten Parteispenden-Skandal der bundesdeutschen Geschichte.
Für Konserven hieß es halt immer: "Eure Leistung muss sich für uns lohnen".
Das ist wie immer.
@Plessek
@mina @somlu1968 @Plessek Ich bin nur wenig jünger, habe aber eine deutliche Erinnung an die Endphase von Schmidt, vor allem wie er gestürzt wurde. Ich weiß noch, dass ich damals das Empfinden hatte, dass da etwas unfaires passiert. Der Kohl-Wahlkampf von 1983 war der erste, den ich bewusst miterlebt habe.
@mina @somlu1968 @Plessek Aber zum Ausgangspost und den "nicht optimalen Regierungen": Was heute anders ist: Gefühlt wurden Dinge in den Epochen, die du nennst, langsam besser. Und wo sie nicht besser wurden, gab es eine vage Hoffnung auf die nächste Wahl. Jetzt scheint alles nur noch zurückgedreht zu werden, und beim Gedanken an die nächste Wahl stellt sich bei mir eine Mischung aus "dann ist es zu spät" und "dann wird's noch schlimmer, weil die AFD mitregiert" ein.
@ennopark
An die Hoffnung erinnere ich mich auch noch. Es war immer nicht toll und es gab diese Idee, dass Regierungen und Bevölkerung quasi in einem "Dialog" stehen, als Teil des demokratischen Prozesses.
Aber mit spätestens Schröder wurden die Voraussetzungen geschaffen, diese Pluralität zu zerstören. Die Agendapolitik hat letztlich das vorbereitet, was wir heute erleben müssen.
Frustrierend.
@mina @Plessek