Der Morgen ist grau, das muss ein Dienstag sein! Meine Fediverse-Zusammenfassung des #DNIPBriefing heute #AusGründen etwas kürzer.
1️⃣ Ein simpel wirkendes Prompt hat in den letzten Wochen für einige Belustigungen in Teilen der DNIP-Redaktion gesorgt:

"Ich möchte mein Auto waschen. Die Waschanlage ist 50 Meter entfernt. Soll ich laufen oder fahren?"

Die meisten KI-Modelle schlugen vor, doch lieber zu Fuss zu gehen. Aus vielen Gründen.
https://dnip.ch/2026/03/03/dnip-briefing-62-krieg-der-welten/#Auto-waschen-mit-KI

DNIP Briefing #62: Krieg der Welten - Das Netz ist politisch

Die Redaktion präsentiert jeden Dienstag die Geschichten, die sie bewegt, aufgerüttelt oder zum Nachdenken angeregt hat. Heute u.a. mit kriegerischer KI, dem

Das Netz ist politisch

Wenn KI-Agenten schon bei derart simpel wirkenden Fragestellungen keine zuverlässigen Antworten generieren können, was passiert dann beim Einsatz im Geschäftsalltag? Wie sollen solche Agenten komplexe Arbeitsabläufe abbilden, Business-Regeln korrekt applizieren und auf unerwarteten Input reagieren?

Wer beim Lesen des Prompt „ha, das weiss doch jedes Kind“ gedacht hat: Bei einem Test mit 10’000 Menschen schlugen 71.5% vor, zur Waschanlage zu fahren. Auch nicht perfekt.
https://opper.ai/blog/car-wash-test

Opper

The developer platform for reliable agents

2️⃣ Das US-Verteidigungsministerium (auch wenn Trump es lieber anders nennt) hat dieses Wochenende für viel Unruhe gesorgt. So wurde mit Hilfe eines neuen Staatsfeinds ein alter Staatsfeind angegriffen. Doch schön der Reihe nach:

Begonnen hat es mit der Frage, ob Anthropic auf Druck der US-Regierung die Vertragsbedingungen anpassen solle und das Verbot von autonomer Waffensteuerung und Massenüberwachung streichen solle.
https://dnip.ch/2026/03/03/dnip-briefing-62-krieg-der-welten/#Der-Krieg-der-KI-Welten

DNIP Briefing #62: Krieg der Welten - Das Netz ist politisch

Die Redaktion präsentiert jeden Dienstag die Geschichten, die sie bewegt, aufgerüttelt oder zum Nachdenken angeregt hat. Heute u.a. mit kriegerischer KI, dem

Das Netz ist politisch

Als sich keine Eignung abzeichnete, hat die Trump-Regierung den grossen Hammer hervorgeholt und Anthropic zum Staatsfeind Nummer Eins erklärt: Die ganze Verwaltung und viele Regierungszulieferer dürfen deren Produkte nicht mehr einsetzen.

Trotzdem wurde der Anthropic-Chatbot Claude auch für den Angriff auf den Iran eingesetzt.
Mehr dazu hier:
https://dnip.ch/2026/03/03/dnip-briefing-62-krieg-der-welten/#Der-Krieg-der-KI-Welten

DNIP Briefing #62: Krieg der Welten - Das Netz ist politisch

Die Redaktion präsentiert jeden Dienstag die Geschichten, die sie bewegt, aufgerüttelt oder zum Nachdenken angeregt hat. Heute u.a. mit kriegerischer KI, dem

Das Netz ist politisch
Laut einem TechCrunch-Interview sieht ein Experte die Weigerung der KI-Industrie gegen jegliche Regulierung als Mitursache für den Streit und damit die Eskalation. Bei Lebensmitteln oder Medikamenten sei es nach Skandalen klar gewesen, dass Regulierungen nötig sei. Big Tech hätte sich aber bisher erfolgreich gedrückt.
https://techcrunch.com/2026/02/28/the-trap-anthropic-built-for-itself/
The trap Anthropic built for itself | TechCrunch

Anthropic, OpenAI, Google DeepMind and others have long promised to govern themselves responsibly. Now, in the absence of rules, there's not a lot to protect them.

TechCrunch
Das Argument der US-KI-Firmen sei immer gewesen, „Aber China!“ Doch China halte seine KI-Firmen unter Kontrolle. «Keiner, der bei Sinnen ist, würde glauben, dass Xi Jinping es tolerieren würde, wenn eine chinesische KI-Firma etwas bauen würde, was die chinesische Regierung stürzen könnte», so Tegmark bei TechCrunch.
https://dnip.ch/2026/03/03/dnip-briefing-62-krieg-der-welten/#Der-Krieg-der-KI-Welten
DNIP Briefing #62: Krieg der Welten - Das Netz ist politisch

Die Redaktion präsentiert jeden Dienstag die Geschichten, die sie bewegt, aufgerüttelt oder zum Nachdenken angeregt hat. Heute u.a. mit kriegerischer KI, dem

Das Netz ist politisch
Übrigens plane China ein Verbot für alle virtuellen KI-Freundinnen, da die chinesische Regierung der Überzeugung sei, dass derartige Ersatzmenschen die chinesische Jugend und damit ganz China schwächten. Plattformregulierung auf ganz anderem Niveau.
https://www.cnbc.com/2025/12/29/china-ai-chatbot-rules-emotional-influence-suicide-gambling-zai-minimax-talkie-xingye-zhipu.html

3️⃣ Die offizielle Schweiz hofft, dass wir keine Schritte unternehmen müssen in Richtung Digitale Souveränität. In dieser Meinung versuchen uns nicht nur Berater der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer zu bestärken, sondern es wurden auch alle US-Diplomaten offiziell angewiesen, jegliche Souveränitätsbestrebungen in den von ihnen betreuten Ländern zu torpedieren.

Kein Wunder: Die Einnahmen der BigTech-Co-Sponsoren der Trump-Inauguration könnten dadurch schrumpfen.
https://www.reuters.com/sustainability/boards-policy-regulation/us-orders-diplomats-fight-data-sovereignty-initiatives-2026-02-25/

Ganz Europa lässt sich davon einschüchtern … Ganz Europa? Nein! Ein paar von unbeugsamen Galliern und Germanen bewohnte Gegenden hören nicht auf, sich mit Open-Source-Alternativen anzufreunden oder sich gar in sie zu verlieben. «La Suite» in Frankreich umfasst inzwischen viele wichtige Teile einer modernen Office-Suite und kommt einladend und online daher.
https://lasuite.numerique.gouv.fr/
Work with LaSuite

LaSuite brings all agents and professionals together in the public sphere

Auch Mecklenburg-Vorpommern reiht sich (nach Vorreiter Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt) in die Reihe der deutschen Open-Source-Umsetzer ein. Der einzige Wermutstropfen vorerst: Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland sind diese Lösungen vorerst nur für die öffentlichen Verwaltungen vorgesehen. Aber auch für den Rest der Bevölkerung gibt es Wechselrezepte.
https://dnip.ch/2026/03/03/dnip-briefing-62-krieg-der-welten/#Angriff-auf-Souveraenitaetsbestrebungen

4️⃣ In den USA wurden in Colorado und in Kalifornien Gesetzesvorstösse angenommen, welche eine Alterskontrolle der Benutzenden auf Betriebssysteme fordern. Entwickler, welche sich nicht an diese Vorgaben halten, müssen mit einer Busse von bis zu $2’500 pro betroffenem Kind rechnen.

Es fällt sehr schwer, diese Art von Gesetzgebung nicht mit „Das Internet ist für uns alle Neuland“ zu kommentieren. Aber wir haben es für euch doch analysiert.
https://dnip.ch/2026/03/03/dnip-briefing-62-krieg-der-welten/#Dein-Betriebssystem-weiss-wie-alt-Du-bist

DNIP Briefing #62: Krieg der Welten - Das Netz ist politisch

Die Redaktion präsentiert jeden Dienstag die Geschichten, die sie bewegt, aufgerüttelt oder zum Nachdenken angeregt hat. Heute u.a. mit kriegerischer KI, dem

Das Netz ist politisch

Nun besteht durchaus die Möglichkeit, dass diese Gesetze in den USA als verfassungswidrig eingestuft werden und so schlussendlich nicht zur Anwendung kommen können. Das dürfte PolitikerInnen in Europa und der Schweiz aber nicht davon abhalten, weiterhin ähnliche Ideen auch hierzulande zu äussern.

Bereiten wir uns also schon einmal darauf vor, unseren Pass zücken zu müssen, wenn wir eine Glühbirne wechseln wollen.
https://infosec.exchange/@koehntopp/116147513633597565

5️⃣ Im vergangenen Jahr berichtete Reuters in drei Teilen darüber, dass Meta (der Konzern hinter Facebook, Instagram und WhatsApp) 15 Milliarden an betrügerischer Werbung verdiente (alleine im Jahr 2024), bei betrügerischer Werbung Unterstützung leistete und dass es „Playbooks“ zur Abwehr von Forderungen nach weniger Betrugsversuchen in der Werbung gab.
https://dnip.ch/2025/11/11/dnip-briefing-48-betruegen-fuer-die-ki/
DNIP Briefing #49: Betrügen für die KI - Das Netz ist politisch

Die Redaktion präsentiert jeden Dienstag die Geschichten, die sie bewegt, aufgerüttelt oder zum Nachdenken angeregt hat.

Das Netz ist politisch

Daraufhin starteten Konsumentenschutz und Digitale Gesellschaft eine Petition gegen dieses gesellschaftschädliche Milliardengeschäft, an dem nur die organisierte Kriminalität (und natürlich Meta) verdient.

Gestern wurden nun die 13’961 Unterschriften der Bundeskanzlei übergeben.

Hoffen wir, dass das im Bundesrat oder zumindest im Parlament zu Schritten gegen dieses internationale Betrugsmodell führt.
https://www.konsumentenschutz.ch/medienmitteilungen/13961-menschen-fordern-wirksamen-schutz-vor-online-betrug/

13’961 Menschen fordern wirksamen Schutz vor Online-Betrug

Stiftung für Konsumentenschutz
@marcel Unvorstellbar, dass Meta nicht Auskunft geben kann, wer für diese Anzeigen bezahlt hat.
@erlenmayr
Also, dass sie nicht wissen (wollen), mit wem sie Geschäftsbeziehungen haben? Definitiv!
@erlenmayr
Aber eigentlich noch viel unvorstellbarer (aber leider wahr), dass sie wussten, dass es um betrügerische Werbung ging und auf User-Meldungen der Werbung diese nicht blockierten, sondern die Preise (und damit ihren Profit daran) erhöhten.