Nach 55 Jahren Aktivismus, mal mehr mal weniger, bin ich ermüdet. "Nichts geschafft!", ist meine bittere Bilanz. Außer Demolatscherei, das Entfernen von Nazi-Parolen, Kleben von Stickern und selbstverständlicher Courage im Alltag, ist da jetzt mit 70 nicht mehr viel geblieben. Das System wandert offenbar unaufhaltsam in den Totalitarismus und den Untergang.

Der Frust macht traurig. Hätten wir mehr tun sollen, doch was hilft noch gegen die Faschisierung? Nicht ins Private flüchten, nicht wegschauen, sich nicht fügen, kein Duckmäuser werden. Das ist doch klar. Doch im langen Streben zum Ende hin, bleibt die Vision einer herrschaftsfreien und selbstbestimmten Gesellschaft mehr Trost als lodernde Flamme.

Ich habe den Anschluss verloren...

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@tocomplymeanstolie Ist ja kein Wunder, dass man die Zuversicht verliert. Allein schon der Irrsinn, dass Leute diesen Faschoneoliberalimus wählen, wo ich mich immer frage: Geht es denen so gut, dass sie Politik für die Finanzeliten unterstützen? Wie profitieren sie davon?
Und was mich vor allem fertig macht, ist diese nicht vorhandene Solidarität mit den Nicht-Privilegierten und das Treten nach unten.
Was glauben die Leute zu verlieren, wenn sie die Herrschenden zum Mond schießen? 🤦🏼‍♀️
@MargaXeyat Treffend ausgedrückt! Ist wohl eine psychologische Frage, sich besser im Unrechten aufzuhalten, mit der herrschenden Meute zu schwimmen, denn was die Mehrheit tut, kann ja nur rechtens sein. Dass der angebliche "Wohlstand" weder qualifiziert noch verdient ist, kommt nicht vielen ins Bewusstsein.
@tocomplymeanstolie Ja, ich glaube, dass es eine psychologische Frage. Vor allem ist großenteils kognitive Dissonanz im Spiel, was dieses unlogische Verhalten betrifft.