An alle, die heute den #diday machen: Es ist gut, dass ihr das macht.

Aber nehmt euch mal kurz euer Smartphone und zählt kurz durch, wie viele Apps ihr ersetzen müsst und wie viele Monate das noch sind.

Wenn ihr jeden Sonntag - also nicht nur einen im Monat - eine App ersetzt, seid ihr dieses Jahr noch durch. Danach könnt ihr anderen Menschen dabei helfen.

Diese homöopathische Menge von 1 pro Monat hilft leider wieder nur den Unternehmen, euch länger zu binden.

@mthie

Ich wollt erst dagegen meckern, hab aber scheinbar 178 Apps auf dem Handy 🤔

@davedarko Ja, so habe ich damals beim Nachzählen auch geguckt.
@mthie es geht ja nicht darum, alle Apps US-Amerikanischer Herkunft los zu werden. Zumal manche europäische Konzerne kaum vertrauenswürdiger sind. Es geht darum, die Abhängigkeit zu reduzieren. Was juckt mich die Burger King-App, die ich vielleicht vier Mal im Jahr benutze um einen Coupon abzugreifen. Aber von Google Maps und PayPal fühle ich mich zum Beispiel tatsächlich noch abhängig, das ist eine persönliche Baustelle.

@cybso Korrekt, deshalb schrieb ich ja: "... die ihr ersetzen müsst" und nicht: "wieviele Apps ihr habt". Und die meisten Menschen haben um die 30-40 Apps von US-Konzernen installiert, die sie loswerden wollen.

Und auch die BK-App ist kein Unschuldslamm.

@mthie was Tracking angeht, sicherlich. Aber ich bin eben nicht von der App abhängig. Im Gegensatz zum Beispiel zum DB Navigator, die zwar europäisch ist, die mich aber trackt wie blöde und von der ich trotzdem abhängig bin.
@cybso Eigentlich schon ganz geil, dass wir heutzutage in der Lage sind, Trackings größtenteils zu blockieren. :)
@mthie Es geht dsrum Laien mitzunehmen und nicht zu überfordern. Profis können und machen mehr.

@andreas_tengicki Das ist, als würde man jeder Frau in der Schwangerschaft nichts mehr zutrauen. Sie sind nur schwanger, nicht todkrank.

Man überfordert auch den Otto-Normalverbraucher nicht, wenn man mehr als eine App auf einmal ersetzt. Selbst meine über 70 Jahre alte Mutter hat das wunderbar hinbekommen und sich gefreut.
Außerdem, mit Blick auf die News: Die Zeit drängt. Die Unabhängigkeit dauert auf diese Art einfach viel zu lange.

@mthie

Das ist eben die Einstellung "Ich selbst bin zu unbedeutend und zu schwach, also mache ich gar nichts.".

Nach meinem Verständnis geht es beim #diday darum, dass man

a) sich bewusst macht, dass man Entscheidungen trifft und somit die Nachfrage auf dem Markt digitaler Dienste selbst gestaltet

b) das man darüber überhaupt mal im Bekanntkreis redet

c) Alternativen kennenlernt

d) Alternativen nutzt, wo es einem nicht weh tut

Das ist auf das Individuum heruntergebrochen sehr wenig,

@mthie

aber der Netzwerkeffekt und die öffentliche Aufmerksamkeit macht es größer, als wenn jeder einzelne zu Hause furstriert versucht Linux auf dem YollaPhone zu Hause zu installieren und es dann frustriert an die Wand wirft, weil Bahn- und BankingApp nicht funktionieren.

Jeder tut, was er kann, wie er es kann und redet darüber.

Somit allen neuen #diday Menschen ein herzliches Willkommen hier!

@kontrollierterWahnwitz Mir geht es nicht einmal um solche Szenarien, wie das von dir erwähnte Jolla-Szenario. Da bin ich völlig bei dir.

Ich sehe derzeit nur viele „Ich habe App A durch App B ersetzt“. Und das war es dann auch schon wieder für den Sonntag. Apps ersetzen ist die schmerzloseste Variante und die Menschen reden sich dann jeden ersten Sonntag ein: „Naja, ich hab ja jetzt eine App ersetzt, reicht dann auch wieder für diesen Monat“.
Geht schnell, ist schmerzlos, toll!
Nein, denn man kann sich jetzt 5 Jahre lang jeden Sonntag eine App vornehmen und sich selbst Blödsinn einreden, oder man macht mal eine Aufräumaktion an ein bis zwei Sonntagen.

Die schmerzhafteren Ersetzungen kann man danach immer noch jeden #diday machen. Das ist völlig fein.

Weißt du, worauf ich hinauswill?

@mthie
Wenn 100.000 Menschen jeden Monat eine #BigTec App ersetzen, sind das für BigTec 100.000 SpyMöglichkeiten weniger. Und wenn jemand nur eine App überhaupt ersetzt, hilft das.
Mehr und schneller wäre schöner, aber Druck schreckt Leute ab.
Jeder muss hier sein eigenes Tempo finden und seine eigenen Grenzen ziehen. Ich freue mich dann über jeden kleinen Beitrag, BigTec abzukoppeln.

Noch kurz eine persönliche Erfahrung:
Ich versuche seit 10+ Jahren, Menschen davon zu überzeugen, soweit möglich auf BigTec zu verzichten. Der Erfolg war deprimierend. Mit #DiDay wuchs meine Freude und Hoffnung Dank jeder kleinen Erfolgsmeldung. Danke Euch allen. Danke @marcuwekling

@mthie ich finde, es darf langsam gehen, so lange die Entwicklung kontinuierlich voranschreitet..