Folge 1: Der Wendehals

Ein Jurist, der 1918 im Arbeiter- und Soldatenrat saß – und später unbedingt ein guter Nazi werden sollte und von der „Arisierung“ jüdischen Eigentums profitierte. Anton Höltzenbein war kein Fanatiker, sondern ein Mann, der sich in jeder Zeit zurechtfand: in der Revolution ebenso wie in der Diktatur. Er verstand sich als vernünftig, pflichtbewusst, maßvoll – und gerade das machte ihn blind für das Unrecht, das um ihn herum geschah. Diese Folge erzählt von einem Leben zwischen Loyalität und Opportunismus, von der Versuchung, sich selbst für unpolitisch zu halten, und von der stillen Verantwortung derjenigen, die einfach weitermachen.

Bevor wir's vergessen – der RUMS-Geschichtspodcast
@wastl spannende Lokalgeschichte, freue mich schon auf die kommenden Folgen
Folge 2: Die Pogromnacht und der Tanz im Archiv

Im Stadtarchiv Münster prallen in der NS-Zeit zwei Welten aufeinander: die des überzeugten Nationalsozialist Eduard Schulte und die seines Kollegen Ernst Hövel. Alles beginnt als persönliche Fehde zwischen zwei Historikern. In der Diktatur wird es zu einem Machtkampf, der politische und moralische Dimensionen annimmt. Eduard Schulte nutzt seine Position, um das Stadtarchiv zum Werkzeug nationalsozialistischer Geschichtspolitik zu machen – und gerät in der Reichspogromnacht selbst in die Geschichte: Als die Synagoge brennt, lässt er offenbar Kultgegenstände ins Archiv bringen. Nach dem Krieg versucht er, die Vorwürfe zu entkräften.

Bevor wir's vergessen – der RUMS-Geschichtspodcast