@msiemund @DHdKonferenz Um 12 Uhr wird @Catharina_Ochsner über ihr Projekt #InfraWissBlogs in Hörsaal 5 berichten. https://doi.org/10.5281/zenodo.18696433
Wissenschaftsblogs tragen zu einer offenen Kommunikation wissenschaftlicher Inhalte bei, indem sie sowohl den akademischen Expert:innendiskurs als auch den Austausch mit der Gesellschaft ermöglichen. Eine zentrale Herausforderung stellt die langfristige Sicherung, Zugänglichkeit und Sichtbarkeit dieser Inhalte dar. Ziel dieses Beitrags ist es, einen Überblick über die Landschaft der Wissenschaftsblog in Deutschland zu geben und die Einbindung von Wissenschaftsblogs in digitale Informationsinfrastrukturen zu analysieren. Hierzu wurde ein Datensatz von 866 deutschen Wissenschaftsblogs erstellt und untersucht. Die Ergebnisse machen eine bislang unzureichende Integration von Blogs in digitale Infrastrukturen deutlich, zeigen jedoch auch erste Ansätze für eine bessere Sichtbarmachung und langfristige Verfügbarkeit. Der Beitrag liefert zudem grundlegende Erkenntnisse zur Struktur und Verbreitung wissenschaftlicher Blogs in Deutschland und diskutiert mögliche Strategien zur Verbesserung ihrer infrastrukturellen Anbindung. Die Befunde richten sich sowohl an Expert:innen aus dem Bereich der digitalen Informationsinfrastrukturen als auch an wissenschaftliche Blogger:innen.
Heute gibt es einen Vortrag, an dem Frederik Arnold und Robert Jäschke beteiligt sind. Um 10 Uhr in Hörsaal 2 präsentiert Philip Kraut "Schlüsselstellen der Literatur: Zur Messung literaturwissenschaftlicher Interpretationsintensität" https://doi.org/10.5281/zenodo.18696266
Menschliche Interpret*innen nehmen Stellen eines Textes nicht gleichmäßig wahr: Einigen Stellen wird größeres interpretatorisches Gewicht zugemessen als anderen, viele werden sogar kaum beachtet. Zur literaturwissenschaftlichen Interpretation gehört also die Frage der Stellenauswahl. Welche Teile eines Textes sind besonders relevant für die Interpretation des Textes als Ganzen? Über ungleiche Aufmerksamkeitsverteilung und die mehr oder weniger intensive literaturwissenschaftliche Befassung mit bestimmten Aspekten eines Textes wissen wir relativ wenig. Wir kombinieren in unserem Forschungsprojekt qualitative, literaturwissenschaftliche und quantitative, computationelle Methoden miteinander und untersuchen vor allem direkte Zitate. Die 'Intensität' literaturwissenschaftlicher Interpretation zeigt sich am Umgang mit viel zitierten Stellen: Interpret*innen zitieren eine längere Stelle aus einem literarischen Text, um im Verlauf der Interpretation immer wieder auf diese Stelle wörtlich zitierend zurückzukommen; Interpretationsintensität zeigt sich hier in den Parametern Länge, Häufigkeit und Nachhaltigkeit der Zitate. Außerdem können wir automatisiert divers und homogen zitierte Stellen unterscheiden, die weitere Arten von Interpretationsintensität anzeigen.