Es ist 7:00 und nicht mehr vollkommen dunkel draußen.

Wir haben den ersten Tag mit mehr als 20 kWh Solarertrag gehabt.

Heute Nacht war die Heizung aus, zum ersten Mal seit Anfang November – die Temperaturen sind nicht unter 10ºC gesunken.

Die Heizperiode ist noch nicht vorbei, aber wie im Oktober werden wir jetzt zuheizen statt durchlaufen zu lassen – mit Airco hat man keine träge Masse im System und kann das sehr variabel und per Raum handhaben.

Wir kommen für diesen Zeitraum auf einen Nettostromverbrauch von 4250 kWh, also in etwa 980 Euro – das ist Heizen, Fahren, Kochen und Party, alles.

Der Stromverbrauch in dieser Zeit wird fast vollkommen von der Airco Südseite dominiert. Es hat vielleicht 3-5 Tage gegeben, wo das Aggregat an der Nordseite echt notwendig war, um zuzuheizen. Ansonsten ist es morgens 2 Stunden gelaufen, um die Räume unten auf "flauschig" zu bringen und die Stimmung der Dame des Hauses aufzuhellen.

Schlechtester Tag war der 7. Januar 2026 mit monströsen 88 kWh Gesamtverbrauch – Auto laden und sehr tiefe Temperaturen.

An den meisten Tagen sind wir unter 60 kWh geblieben, an vielen Tagen bei 40 kWh gelandet.

Das ist ein maximaler Tagesdurchschnitt von 3.6 kW, und 1600 Watt für das Haus an vielen Tagen. In Wahrheit spiked das natürlich bis 15000 Watt rauf, wenn das Auto lädt und das Haus auch Strom will (3x 25A).

Das Stromnetz in diesem Wohngebiet ist so lala für so Hohe Durchschnittsbezüge pro Haushalt ausgelegt und insbesondere bei den Charge Points will man eine Rundsteuerung haben, um Spitzen auszubreiten.

Und hier sieht man noch einmal in der 12-Monats-Ansicht das Dilemma der Saisonalität:

März bis September sind wir quasi autark, mit minimalem Bezug, und in den Wintermonaten ziehen wir aus dem Grid 5-6 MWh rein – wenn keine Sonne da ist.

Das muß dann also Windenergie sein, mit rein-peakenden Gaskraftwerken, wenn es notwendig ist.

Das ist die eigentliche Aufgabe, die energietechnisch zu lösen ist – und die ist hart genug, ohne daß da eine Gaslobbyistin im Ministeramt noch rein pullert wie in Deutschland.

@isotopp Mitglied bei einer Windgenossenschaft werden, und Windstrom von der eigenen Turbine nutzen?

@Reinald Die großen Windfelder in der Nordsee werden nicht genossenschaftlich erschlossen. Da ist Vattenfall, Oersted und dergleichen.

Land und kleine Kasperanlagen sind in Vergleich nicht näherungsweise Konkurrenzfähig. Du willst auf 300 Meter und schöne gleichmäßige Strömung ohne Turbulenzen.

@isotopp Soo schlecht sind Onshore-Windparks mit aktueller Technik nun auch nicht. Und es gibt Genossenschaftsmodelle 🫣. Vielleicht immer noch besser als nix?

@Reinald onshore ist nicht "zu Hause" wie im Artikel https://blog.koehntopp.info/2024/12/20/keine-windkraft-zu-hause/

Aber Du agierst hier mit Physik, die eine dritte Potenz in der Grössengleichung stehen hat und extra Gewinne bei feiner Laminarströmung in grossen Höhen und glatten Untergründen macht.

Wenn man haufenweise Nordsee hat dann wird man die prioritär mit offshore zu bauen.

Keine Windkraft zu Hause | Die wunderbare Welt von Isotopp

Kris Köhntopp's blog (Fedi: @isotoppinfosec.exchange)

Die wunderbare Welt von Isotopp
@isotopp das ist alles richtig. Und vielleicht ist da die Situation in NL tatsächlich anders. Von der Technik und Ausbeute sind Anlagen mit > 100m Nabenhöhe und Leistungen im Megawattbereich aber schon auch tauglich. Und gerade die regionale Bindung und Genossenschaftsmodelle (unser Windpark verdient für unsere Kommune Geld) kann die Akzeptanz deutlich erhöhen.