Kürzlich war es wieder einmal soweit: Ein Antrag auf Projektfinanzierung, an dem ich beteiligt war, wurde abgelehnt. Gute Gelegenheit also, über "Anträge" in der Wissenschaft zu sprechen! Anträge sind Alltag, und es gibt sie in den verschiedensten Größen und Formaten. Es kann um 5000€ … (1/6)
… gehen, um eine Konferenz zu finanzieren. Oder auch viele Millionen, um über 10 Jahre einen Exzellenzcluster oder einen Sonderforschungsbereich mit vielen Mitarbeitenden zu unterhalten. Wichtige Geldgeberin ist die @[email protected], auch viele private Stiftungen geben Geld für Wissenschaft. Fast … (2/6)
… immer erfolgt die Vergabe im Wettbewerb: die einen Wissenschaftler*innen schreiben den Antrag, andere machen Gutachten dazu, wieder andere beurteilen sie. Entsprechend macht das aktuelle Antragssystem sehr viel Arbeit, und die ganze Organisation kostet sehr viel Geld – manchmal fast … (3/6)

@realscientists.de
Und natürlich müßte man in das Geld, daß die „Orga“ kostet, auch all die Arbeitszeit einrechnen, die abgelehnte wie angenommene Anträge auf allen Seiten kosten (denn sowohl die Antragstellys als auch die Gutachtys kriegen dafür ja nichts extra gezahlt, sondern machen das im Rahmen ihrer regulären Arbeit).

Einfach allen Geld geben, die forschen wollen, könnte günstiger sein ;-)

Ja (das habe ich teilweise flapsig mit eingerechnet in „kostet fast mehr als verteilt wird), wobei man da auch sagen muss: viele in der Wissenschaft schreiben keine Stunden auf, machen Antragsarbeit am Wochenende, oder würden nichts sinnvolleres machen in der Zeit. Und zumindest mir geht es so …
… dass auch das Schreiben abgelehnter Anträge gewinnbringend ist, Ideen schärft, neue Kollaborationen ermöglich usw. Und auch das Begutachten von Anträgen: Man lernt immer etwas dabei, und es ist vor allem auch spannend, konzis ausgearbeitete Ideen anderer Leute zu lesen.

@realscientists.de
Also auch wenn meine Work-Life-Balance in der Wissenschaft sehr off ist, weiß ich mein Wochenende schon besser zu nutzen ;-)

Und ja, sich hinsetzen und überlegen, was man als nächstes machen möchte, und das auch ausarbeiten ist hilfreich. Aber es geht schon verdammt viel Zeit drauf, Sachen auf Förderprogramme hin zu optimieren, die richtigen Buzzwords, … Ich wurde schon explizit fürs Schreiben von Anträgen finanziert, und mach das neben meinen eigenen Sachen auch als Forschungs­unterstützung (IT) für Dritte, da seh ich so einiges…

Und umgekehrt frag ich mich bei manchen Projekten, wie es sein kann, daß die es durch die Begutachtung geschafft haben.

So Ideen wie erst eine Projektskizze einreichen, und mehr, wenn die paßt, können was bringen…