@ErikML @zislu @sixtus Gesetzestext ist es ja noch nicht mal. Drin steht eine doppelte „Bio-Quote“.
Zum einen für neue Heizungen:
—— Zitat
Wird also eine Gas- oder Ölheizung ab Inkrafttreten ausgetauscht, ist die neue Heizung zu
einem aufwachsenden Anteil mit klimafreundlichen Brennstoffen wie Biomethan und synthe-
tischem Treibstoff (Bio-Treppe) zu betreiben. Ab 1.1.2029 muss dieser Anteil bei mindestens
10 Prozent liegen, den weiteren Anstieg bis 2040 legen wir in drei Schritten im Gesetz fest.
—— Ende
Sie schreiben auch, dass solche Tarife schon angeboten würden. Check24 sagt, dass 10% Biogas-Anteil aktuell ca. 1,5 ct/kWh mehr kostet. Wären bei 18.000 kWh/a 270 € Mehrkosten. Aber 10 Jahre später
Das wäre (genauso virtuell) wie beim „Ökostrom“. Du kaufst beim Bio-Anbieter, aber der speist sein Gas "irgendwo" ein, während deine Heizung Fossilgas vom lokalen Versorger kriegt.
Die Frage ist, wie das geregelt wird, wenn mehr Leute „Grüngas" kaufen wollen/müssen, als überhaupt zur Verfügung steht - der vorgeschriebene Bio-Anteil soll ja schrittweise steigen - und das eh nur jahresweise abgerechnet wird.
Ausserdem müssen alle Gas- und Öl-Anbieter ab 2028 eine steigende „Grün“-Quote dazu mischen. 1% und steigend-
Mal eben nachrechnen. 2025 wurden 864 TWh Erdgas verbraucht.
1% sind 8,64 TWh.
Biomethan Einspeise-Kapazität in D: 1,4 Mrd nM3.
Umrechnung Biomethan Nm3: 1,4e9 Nm3 x 0,95 x 11,1 kWh/m3 = 14,763 TWh.
(Zahlen: bdew.de/service/publikationen/…)
Sobald dieses 1% erhöht wird, braucht es neue Anlagen oder Quellen für Biomethan oder „grünen, blauen, orangenen und türkisen Wasserstoff, Wasserstoffderivate sowie synthetisches Methan“. Das gibt's alles noch nicht, das wird sehr teuer und bestehende Netze können das ebensowenig, wie die bis jetzt eingebauten Gasheizungen.
Dabei nicht vergessen: in weniger als 20 Jahren - Lebensdauer einer Heizung - soll das alles 100% nichtfossil sein. 100% grün. Das ist nicht erreichbar, wenn nicht die allermeisten Heizungen keine Dinge verbrennen.
Fazit: Das ist ein gewaltiger Aufwand, um eine Lobby glücklich zu machen und das eigene Wahlvolk zu beruhigen. In der Praxis wird das so teuer, dass alle Gasheizungs-Betreibenden die Dinger letztlich spätestens 2035 austauschen werden. Falls ihnen nicht ihre Gemeinde eh das Gasnetz stilllegt, weil die Kundschaft wegbricht und die Netzbetriebskosten pro Nase dann sehr schnell unangenehm steigen.