@alexanderondu Ich wäre vorsichtig damit, 'gefühlte' Nachhaltigkeit mit tatsächlicher Nachhaltigkeit gleichzusetzen.
In der Theorie ist unverarbeitetes, unverpacktes Gemüse natürlich optimal. Aber die Lebenspraxis vieler Leute sieht anders aus (optimistisch einen Blumenkohl gekauft und dann nicht dazu gekommen, ihn zuzubereiten, bis er den Punkt 'Sieht nicht mehr gut aus' erreicht hat).
Es gibt Studien, die zeigen, dass solche semi-prepared foods Lebensmittelverschwendung extrem reduzieren* und damit kurioserweise in der Praxis womöglich nachhaltiger sind als unverarbeitete Lebensmittel (weil ein geschnittener, gewaschener und am Ende gegessener Blumenkohl nachhaltiger ist als ein unverarbeiteter, aber am Ende weggeschmissener Blumenkohl).
Und dann kommt noch der Punkt dazu, dass solche semi-prepared foods dazu führen können, dass Leute tatsächlich Gemüse essen (statt was anderes, das einen viel größeren Klima-Fußabdruck hat und die Leute auf lange Sicht eventuell krank macht, was auch wieder Kosten nach sich zieht).
Wenn man nicht von einer idealen Welt ausgeht, in der alle ihren Blumenkohl selbst verarbeiten und essen, bevor er vergammelt, sondern von der realen Welt mit hektischen Jobs und wenig Zeit und viel ungesünderen Optionen, dann ist die Rechnung, was nachhaltiger ist, nicht so schnell gemacht. Und da Bequemlichkeit keine moralische Verfehlung ist, werde ich niemanden dafür kritisieren, geschnittenes Gemüse zu kaufen und dann auch tatsächlich zu essen.
* https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022435925000934