"Das Schicksal von Nazis ist mir komplett gleichgültig; ob sie hungern, frieren, bettnässen, schlecht träumen usw., geht mich nichts an. Was mich an ihnen interessiert, ist nur eins: daß man sie hindert, das zu tun, was sie eben tun, wenn man sie nicht hindert: die bedrohen und nach Möglichkeit umbringen, die nicht in ihre Zigarrenschachtelwelt passen. Ob man sie dafür einsperrt oder ob sie dafür auf den Obduktionstisch gelegt werden müssen, ist mir gleich"
Wiglaf Droste
Du fehlst 🥀
#Lyon
@RitaWerner Wiglaf Droste war ein Satiriker, kein Welterlöser.
@Labonitamascota
Was willst du mir damit sagen?
@RitaWerner Ich mag den Text von Droste nicht, zumal ich ihn einfach ein paar mal zu oft gelesen habe. Das schrappt ziemlich an der Menschenwürde entlang, die ist aber unantastbar, heißt, gilt auch für Nazis. Ist als polemische Satire natürlich von der Kunstfreiheit gedeckt, sollte man aber nicht wörtlich nehmen.
@Labonitamascota
Er schreibt über Faschisten und dem medialen Umgang mit ihnen.
Faschisten haben ihre Würde selbst in dem Moment abgegeben, wo sie sich von jeder Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit verabschiedet haben.
Faschisten sind potenzielle Massenmörder. Sie stehen in der Tradition der NSDAP. Das gehört zu ihrer Vita.
Insofern ist es auch mir egal ob sie auf dem Obduktionstisch landen oder im Knast.
Leider wurde ihnen beim Wachsen zugeschaut.
Historischer Fehler, wie wir sehen
@Labonitamascota
Und wie nach den Jahren hier auf Mastodon und vorher auf Twitter bekannt sein sollte, bin ich eine Antifa.
Ich nehme es entsprechend selbstverständlich wörtlich.
@RitaWerner Damit stehst du halt nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes, wie es so schön heißt. Man kann die Menschenwürde nicht verlieren und schon gar nicht selbst abgeben.
@RitaWerner Antifa heißt Antifaschismus, nicht Entmenschlichung von Faschisten. Das ist doch die grausame Leere aus Nazideutschland: Die Verbrecher waren Menschen wie du und ich.
@Labonitamascota @RitaWerner Eine Welt in der Resozialisierung möglich und Gefängnisse durch bessere Institutionen abgelöst werden ist immer vorzuziehen. Genozidale vor ihrer Tat durch Gewalt zu hindern, bedeutet auch ihren Tod in Kauf zu nehmen. So geschehen während des zweiten Weltkrieges. Das ist ethisch tatsächlich solide: Es ist beim gewähren lassen kein besserer Ausgang zu erwarten, im Gegenteil: Faschismus greift immer nach der nächsten Opfergruppe, endlos.
@Labonitamascota @RitaWerner Das was momentan viele Menschen radikalisiert, aber nicht extremisiert: Das GG sieht vor das wir es gar nicht so weit kommen lassen. Momentan versagen alle Mechanismen des GG, das Verbotsverfahren findet nicht statt. Gesetzeskonform wird der Zeitraum in dem ein Handeln noch möglich ist täglich kürzer. Der Zustand "hätten wir doch gehandelt während es noch möglich war" darf unter keinen Umständen eintreten - das ist Antifaschismus.
@Labonitamascota @RitaWerner Historisch wurde die Menschenwürde der Nazis missachtet: Sie wurden gehängt. Ihr Recht auf Leben wurde in Hinsicht auf die Gefahr die sie darstellen missachtet. Sonst wäre Gefängnis eine Alternative gewesen. Hot Take: Es war absolut bewusst das eine lebenslange Haftstrafe nicht lebenslang gewesen wäre und eine fortdauernde Möglichkeit einer Re-Nazifizierung ein zu großes Risiko darstellte. Diese Toleranz hätte das Potential der Entnazifizierung gefährdet.

@SalemsLot @RitaWerner Das ist sehr vereinfachend dargestellt. Nach amerikanischem Recht, also dem Recht des Hauptanklägers bei den Nürnberger Prozessen ist lebenslänglich oft wirklich lebenslang. Das deutsche Grundgesetz gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht. Heute gäbe es das Mittel der anschließenden Sicherheitsverwahrung, das bei Völkermördern sicher angewendet würde.

A propos:

https://muenchen.social/@Labonitamascota/116113962766428194

Bonita Mascota (@[email protected])

Artikel 102 GG: Einer meiner Lieblingartikel im ohnehin ziemlich schönen Grundgesetz. #Todesstrafe #Grundgesetz https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_102.html

muenchen.social - Die erste Mastodon Instanz für München
@SalemsLot @RitaWerner Und übrigens, so hart waren die Urteile bei den Nürnberger Prozessen gar nicht alle, siehe Schirach, Hess, Speer.