Ich stelle mir vor, wie schwach die rechtsextreme AfD hätte sein können, wenn im Juni 2021 (Grüne 28%, AfD 12%) die größten und mächtigsten (Medien) Konzerne des Landes sich dazu entschieden hätten, ihre gesamte Propaganda-Macht gegen die Faschisten einzusetzen, anstatt gegen die Grünen.
Wie weit die AfD unter die 10 %-Marke hätte gedrückt werden können, ist leider spekulativ. In der Politikwissenschaft gilt es als unwahrscheinlich, dass eine Partei mit einer gefestigten Kernwählerschaft allein durch mediale Kampagnen unter eine kritische Masse (ca. 5–7 %) fällt, solange /2
2/ die zugrunde liegenden gesellschaftlichen Konflikte (Migration, Identität, Souveränität) ungelöst bleiben. Eine Schwächung wäre am ehesten erzielt worden, wenn man die AfD medial ignoriert hätte (Deprivilegierung), anstatt sie durch ständige Skandalisierung im Gespräch (Talkshows!) zu halten. /3
3/ Die Fokussierung auf die Fehler der Grünen im Jahr 2021 hat jedoch zweifellos dazu beigetragen, das progressive Lager zu schwächen und den Status quo der konservativen und rechten Kräfte zu stützen.