Heute im IT-Bereich arbeiten heißt oft: Stellen werden gestrichen, Aufgaben nach Indien ausgelagert, »Effizienz« wird mit KI als Sparprogramm verkauft, Projekte werden kaputtgespart, Teams dauerhaft unterbesetzt, Budgets eingefroren, befristete Verträge zur Normalität gemacht und Wissen über Jahre hinweg entsorgt – Hauptsache die Excel-Zeile sieht gut aus.

Und danach wird ernsthaft gejammert, es fehlten »Fachkräfte«. Nein. Es fehlen keine Fachkräfte. Es fehlt der Wille, Leute auszubilden, ordentlich zu bezahlen und Arbeitsbedingungen zu schaffen, bei denen gute Leute bleiben wollen.

@kuketzblog
Jein. Es auch fehlen Leute, die zu einem normalen Lohn, bspw. +/- dem Stundensatz einer Verkäuferin oder eines Handwerksmeisters IT machen wollen. Da braucht man sich nicht wundern, wenn IT als zu teuer eingestuft wird. Letztlich ist es auch "nur" Handwerk.

@himmelssohn @kuketzblog
Schlimmer. Einem Handwerker wird Zeit zugestanden eine Aufgabe auszuführen. EInem InHouse-Admin ist zuzumuten Wunder zu vollbringen udn diese umgehend alle zu erledigen.
Nachricht an einem Freitag: "Kannst Du bitte heute oder/und am Montag unsere neue Webseite bauen?" Weil mit KI ist das ja schnell gemacht.
a) ich bin weder Webdesigner noch programmierer
b) *haha*
c) können wir jetzt bitte gehen? Warum? Weil ich auf die Pisse hier kein Bock habe.

Spoiler: der Prozess war drei Monate lange weil immer was anders sollte.
Und weil KI das nicht mal eben von einer Wordpress Instanz in eine andere migirert.

@stefanrower
Das mit dem Zugestehen der nötigen Zeit widerspricht all meiner täglichen Erfahrung. Das ist hüben wie drüben ähnlich.
@kuketzblog
@himmelssohn @kuketzblog
Ist das so? Ich sehe nur, dass das Verstädniss für die Handwerklichen Tätigkeiten höher ist. Stemmen und Schlitzen und mit dem Duspol durch das Haus zu laufen und durchzumessen dauert halt.
Aber IT sind je generell nur ein Klicks und klicken ist ja nicht schwer.
Ausserdem muss man immer alles im Kopf haben und Wissen.
@stefanrower @kuketzblog @himmelssohn das sind genau auch meine Eindrücke. Bei einem Handwerker wie Fliesenleger hat man hinterher ein schickes Bad. Bei der Neuinstallation eines Rechners steckt man ja nur einen Stick rein und sitzt doof daneben - so die Ansicht der Leute, die rummotzen weil Sie für 3 Stunden 150 € zahlen sollen.

@pawido

@stefanrower @kuketzblog @himmelssohn

Was "verkauft" man denn als IT so? Kontrolle, Utopie, Sicherheit, Komfort?

@h2owasser @stefanrower @kuketzblog @himmelssohn Bei uns war es zum einen die komplette Infrastruktur. Also Rechner, Docking-Station, Monitore, Festnetztelefonie auf Miet - oder Kaufbasis, Drucker, Netzwerkzugang, Domänen-Verwaltung, Mailserver, IT-Sicherheit bei Hackerangriffen, Datenspeicherung, usw.
zum anderen die SAP Programme und deren Konfiguration.

@pawido @stefanrower @kuketzblog @himmelssohn

Ja, mir ging es mit der Frage mehr darum, warum man das ganze Zeug eigentlich braucht bzw. haben will. Da wird Administration und Entwicklung sicherlich auch andere Schwerpunkte setzen.

So wie ein KFZ- oder Fahrradmechaniker letztendlich Mobilität ermöglicht, ermöglicht ein IT-Techniker letztendlich was?

@h2owasser @stefanrower @kuketzblog @himmelssohn um es mit den Worten von Sheldon Cooper zu sagen: "ich verstehe die Frage nicht.."..🙄
@pawido @h2owasser @stefanrower @kuketzblog @himmelssohn
Ich denke, die Antwort darauf lautet auch Mobilität. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Fahrradgeschäft, eine Fahrradfabrik, ein Autohaus oder eine Werkstatt ohne IT funktioniert.

@johannes

@pawido @stefanrower @kuketzblog @himmelssohn

Das heißt IT einfach "nur" der Effizienzbeschleuniger?

@h2owasser
Nee... In gewisser Hinsicht stimmt es, dass jeder von funktionierender IT abhängig ist. Ohne laufenden Code kein Business. Und daher kommt die Arroganz, die auch durch die Antworten hier tröpfelt: ich bin ja was besseres, weil ich Code zum Laufen bringe. Das stößt mir sehr sauer auf.
@johannes @pawido @stefanrower @kuketzblog

@himmelssohn

@johannes @pawido @stefanrower @kuketzblog

Naja, der Abstraktions- und Automatisierungsgrad spielt imho schon eine Rolle. Allerdings ist der Umgang tatsächlich fließend wie man zB. an DevOps sieht.

@h2owasser @kuketzblog @pawido @himmelssohn @johannes

Als ITler ist man vieles. Workflow-Analysator und Prozessoptimierer, Blick von Aussen, Sparingspartner für die GF weil man eh Zugriff auf alles hat, kann man auch über alles reden, Videocallhost und Moderator,
Hausmeister, Lückenbüßer, Ticketentwerter, Kummerkasten, Therapeut.

Wie stark man sich auf welche Rolle einlässt, hängt von der eigenen Persönlichkeit ab und auch vom Gegenüber. Und in welcher generellen Rolle man ist. Als 1. Levelsupport wird man einiges davon nicht tun und als Fullstack Developer hat man sicher auch keine Zeit und keinen Nerv für die Kollegen unter dem Tisch die Kabel zu fixieren.

Aber für mich gelten zwei Maßstäbe:

1. Wenn Du mich für das Mädchen für alles hältst,
komme ich morgen im Kleid in deine Kunden-Viko!
Das willst Du nicht,

2. Don't mess with the IT guy!