Dreharbeiten in Ecuador. Am Beispiel des südamerikanischen Landes wollen wir ganz konkret zeigen, was es bedeutet, wenn die internationale humanitäre und Entwicklungshilfe drastisch zurückgefahren werden. Die USA haben ihre Mittel für USAID um 80% gekürzt, und auch Europa spart massiv an der Hilfe für die Schwächsten. /2
In Quito waren wir in einem Schutzhaus für Mädchen und junge Frauen, die Opfer von Menschenhandel sind. Eine 16-Jährige berichtete uns, wie sie mit 13 Jahren die „Braut“ eines Drogenbosses wurde, bevor sie flüchten konnte und von einer lokalen Hilfsorganisation aufgenommen wurde. /3
Doch wegen der ausbleibenden Hilfsgelder musste die kleine NGO fast alle ihre Häuser schließen. Die Mitarbeiter erzählten uns sichtlich aufgewühlt, was das für die betroffenen Mädchen bedeutet: totale Schutzlosigkeit. Ecuador ist zu einem Hauptumschlagsland für Kokain geworden. Die Kriminalität in den Küsten- und Grenzregionen ist außer Kontrolle. /4
Ja, das liegt auch an einer unfähigen und korrupten lokalen Regierung. Aber letztlich ist es die gestiegene Nachfrage nach der Partydroge in den USA und bei uns, die anderswo zu solchen Verwerfungen führt. Denn auch fürs Drogengeschäft gilt: It‘s the economy, stupid. Unsere Nachfrage schafft das Angebot. /5

Oder, zugespitzt: Die Reichen im globalen Norden koksen sich den Verstand weg und kürzen gleichzeitig die Hilfe für diejenigen, die als schwächste Glieder unter ihrem Konsum leiden.

Zu weit hergeholt? Wenn man die Berichte der geschundenen Mädchen in Quito hört, wird das plötzlich sehr konkret.

In solchen Momenten finde ich meinen Job relativ sinnvoll. (ENDE)