Die Debatte um ein Mindestalter für Social Media geht am Problem vorbei: die Gefahren hören ja nicht mit 16 oder 18 auf - ganz im Gegenteil.

Der Vergleich zum Glücksspiel ist treffender, als diejenigen ahnen, die ihn verwenden:
* zutiefst korruptes Geschäftsmodell
* große Schäden für die Gesellschaft
* Mindestalter LEGITIMIERT das Geschäftsmodell und seine Opfer sind „selbst schuld.“
So wird der Missstand zementiert, statt an der Wurzel eliminiert.

https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-der-tag/gefahren-von-social-media-gro-e-probleme-auch-fur-erwachsene/ard/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNTE3NDY4NA

phoenix der tag: Gefahren von Social Media: 'Große Probleme auch für Erwachsene' - hier anschauen

Schaltgespräch mit Linus Neumann (Chaos Computer Club) u.a. zur Debatte über das Social-Media-Verbot

@linuzifer

Ein Kollege hat mir dazu erklärt, dass es beim Rauchen in der USA damals wohl folgendermaßen ablief:
Man hat das gesellschaftliche Problem erkannt, kam aber zu dem Schluss, dass man es nicht allen verbieten kann. Der Aufschrei wäre zu groß - und das eben auch bei Wahlberechtigten. Deshalb hat man das Verbot erst bei Kindern und Jugendlichen umgesetzt.
Die Hoffnung war aber wohl schon auch, dass es eine gesellschaftliche Debatte auslöst und die Gefahr des Rauchens für alle unterstrichen wird. Und das dadurch schlussendlich auch weniger Erwachsene Rauchen würden.

Ich weiß nicht, ob das so stimmt. Aber ich finde schon, dass durch das Verbot in Australien eine ernstere Debatte auch unter Erwachsenen geführt wird. In meinem Umfeld sagen viele Erwachsene, dass ihr Umgang mit Social Media und dem Smartphone nicht gesund ist - und eher an Suchtverhalten erinnert. Und viele geben auch zu, dass sie aktiv versuchen dagegen zu kämpfen.

Ich bin schon auch gegen das Verbot, gerade wegen der Ausweispflicht. Aber die Entwicklung der Debatte - auch unter Erwachsenen - empfinde ich als positiv.

@linuzifer @davidbeck fände ein allgemeines Verbot und Sperrung der schlimmsten Plattformen* wie Instagram, Facebook und X als einen geringeren Eingriff als eine Ausweispflicht für alle überall.

* Anhand von einem Versuch objektiver Kriterien von Suchtpotential und wie stark hier nachweislich Meinungsmanipulation stattfindet.

@missqarnstein @linuzifer @davidbeck tic tok zählst du nicht mit auf?
@RadikaleMitte 🤷‍♀️ und was möchtest du damit sagen oder unterstellen?
@missqarnstein nur das tic toc an erster Stelle mit in die Auflistung gehört. Ich verstehe schon das deine Liste nicht vollständig sein soll,.

@RadikaleMitte honestly ist mir etwas egal wie die Reihenfolge ist. Bin dafür zu versuchen objektive Kriterien zu finden die nicht unbedingt von der Kooperation der Plattform abhängen. Allerdings es auch einer potentiellen zukünftigen Afd Regierung nicht ermöglichen gegen politisch unliebsame Plattformen oder Inhalte vorzugehen.

Mitunter deswegen finde ich eine Ausweispflicht zu öffentlichen Meinungen auch deutlich drastischer.

@RadikaleMitte (würden sie natürlich trotzdem machen, aber die sollen sich ihre Instrumente dafür selber bauen müssen)
@missqarnstein es ist schon immer ein abwägen zwischen Freiheit und Sicherheit, ich bin auch gegen eine Ausweispflicht aber das Internet darf auch kein rechtsfreier Raum sein. Im Internet gelten die selben Regeln wie im realen Leben, sie müssen nur durchgesetzt werden. Deshalb bin ich bei dir die Platformen, die Gesetze nicht einhalten zu verbieten.
@RadikaleMitte @missqarnstein
Die Meta-Medien zum Beispiel sind nicht mehr Teil des Internets. Es sind eigene abgeschottete Netze, wo man z.B. für Hyperlinks ins Internet bezahlen muss.
Tik-tok oder auch Insta sind kaum noch von analogem TV zu unterscheiden. Der hauptsächliche Traffic findet durch endloses Scrollen statt und nicht durch Erstellung von "Content" (wie bescheuert auch immer).