Ich hatte überlegt, das Label "progressive Fantastik" für mich zu claimen. Aber was progressiv ist, ändert sich schnell. "Starke Frauen" waren mal progressiv. Heute sind sie ein Klischee. Selbst wenn meine Texte heute revolutionär wären, sind sie morgen vielleicht normal. Das Label aber bliebe. Und nichts wirkt so oll und angestaubt wie etwas, das sich als Avantgarde inszeniert, obwohl es längst Mainstream ist.
Das tue ich mir nicht an. Ich bleibe bei Fantastik pur.

#Autor_innenleben #Fantastik

@Nike_Leonhard
... oder du bleibst als Speerspitze der Avantgarde auch immer auf der Suche.
@Seeker
Damit bleibt aber das Problem, dass den im Mainstream angenommenen Texten immer noch ein Label anbietet, das nicht mehr zu ihnen passt.
@Nike_Leonhard
Ja, ältere Texte bleiben in ihrer Zeit gefangen.

@Nike_Leonhard

Guter Standpunkt. Den unterstütze ich.

Auf der anderen Seite gehört die "Raumpatrouille" Serie immer noch zu den progressivsten Science Fiction Filmen. Was einiges über unsere reale gesellschaftliche Entwicklung der letzten 60 Jahren aussagt.

@Nike_Leonhard Das kann ich verstehen. Ich würde von mir auch nicht behaupten, dass ich progressive Phantastik schreibe (auch und nicht zuletzt, weil mir sehr bewusst ist, dass ich es niemals schaffen würde, dem gerecht zu werden, was die Gruppen, die sich selbst als progressiv definieren, jeweils gerade für besonders wichtig und richtig halten). Ich kann nur das schreiben, was mir gut erscheint, egal wie alt- oder neumodisch es sein mag. 😉
@Ardeija
Das von dir in Klammern gesetzte kommt noch hinzu.
Wenn ich das Label übernähme, müsste ich mich ein Stück weit der Definitionsmacht anderer unterwerfen, und das passt wieder nicht zu meiner Haltung "no gods, no kings, no masters". ^^

@Nike_Leonhard Landeinhegug, Fabrikarbeit, Eugenik und Rassenhygiene galten mal als progressiv, genauso wie Freikörperkultur, Faschismus und radioaktive Zahnpasta.
Und Avantgarde kommt auch aus der Militärsprache.

Siehe Hamlet: »Worte. Worte. Worte.«

Iss alles kompliziert.