Teste derzeit Proton als (eine!) mögliche Ausstiegs-Alternative, die Gmail, 1Password, Dropbox und andere Dienste mit einem Schlag ersetzen könnte. Schwanke zwischen "das ist schon wirklich gut gemacht und sieht gut aus" und "warum zur Hölle, kann ich aber keine Standardtools nehmen, diese KryptofetischistInnen!

Status also: es ist kompliziert.

Nachdem ich mich nun seit Monaten immer wieder mit dem Thema Mailumzug beschäftige, zuletzt einige Dienste wie Proton und @mailbox_org getestet habe, fiel die heute etwas kurzfristige und spontane Entscheidung für mailbox.org. Proton ist optisch zwar sehr ansprechend, hat einige wirklich gute Features und ein gutes Onboarding, aber das Brechen von Protokollen durch Crypto-Fokus überzeugt mich einfach nicht. Ich muss schon normale Mail- und Kalender-Programme verwenden können. Zudem gibt es natürlich die Diskussionen um den CEO von Proton. Bei mailbox.org habe ich Peer Heinlein kennengelernt und naja, das ist dann politisch schon eher ein "hier bin ich gern"-Gefühl.

Das Onboarding bei Mailbox hat duchaus ein paar Stolpler, aber, @rstockm hat es auch beschrieben, lustigerweise muss man suchen, um da endlich Geld zu bezahlen für den Dienst. Der ist technisch solide, vielleicht nicht ganz so viel Feenstaub, aber die Firmenadresse ist in der Schwedter Straße in Berlin. In dem Umkreis bin ich quasi aufgewachsen. Das ist dann wohl Heimvorteil.

Aktuell läuft die Mailmigration über "audriga". Bisschen ruckelig zu Beginn, aber wird jetzt wohl die nächsten Tage fleißig kopieren und scheint auch viele andere Mailprovider zu unterstützen.

Mailmigration über DNS ist schon durchgeführt. Auch mit SPF, DKIM und dem Kram.

Kalender-Thema muss ich mir danach nochmal in Ruhe ansehen.

Kurzer Zwischenbericht zum Umzug von Gmail zu @mailbox_org:

Habe den Umzugsdienst Audriga beauftragt, meine 85k Mails mit ca. 14Gb von Gmail nach Mailbox zu kopieren. Dafür wurden ca. 3,5 Tage veranschlagt. Ist lang, aber kann schon sein bei vielen kleinen Daten. Der Vorgang war überraschend jedoch bereits heute Morgen nach nicht einmal acht Stunden als erfolgreich abgeschlossen gemeldet.

Die Berichtsseite von Audriga meldet etwas detaillierter, dass "50.204 (14.830 Duplikate und 304 Fehler)" umgezogen wurden. Das sind über 30.000 Mails weniger als erwartet. Woher die Duplikate kommen, ist unklar erstmal. Liegt es am obskuren Label-System von Gmail?

Es gibt einen Protokoll-Bereich bei Audriga, der scheinbar dafür da ist, hier die Fehler einzusehen. Dieser wirft leider konsequent Fehler und ist nicht nutzbar.

Ich habe nun eine Mail an Audriga geschickt mit der Bitte, mir ein Protokoll und eine Erklärung zukommen zu lassen, wie es bei einem Erst-Sync zu 15.000 Duplikaten und dem deutlichen Delta an erwarteten Emails kommen kann. Ich habe zudem einen "Delta-Sync" beauftragt, der eigentlich dafür da ist, zwischenzeitlich neu eingetroffene Mails zu synchronisieren. Vielleicht "repariert" er ja Probleme.

Eine Stichprobensuche im neuen Mailarchiv bei @mailbox_org zeigt erstmal viele Mails, aber definitiv nicht alle. Ich vermute, dass sich hinter den Fehlern und Duplikation doch Gründe für das Fehlen einer größeren Menge Mails auftun.

Es sind nun 6 von 25Gb belegt. Ich hatte mit 14 von 25Gb gerechnet. Selbst bei verschiedenen Berechnungsmodellen ist die Abweichung zu groß.

Bei Gmail habe ich heute Morgen noch einen Data-Takeout bestellt. Mal sehen, was ich damit anstellen kann.

Status: Es ist kompliziert.

@leitmedium planst du dein google-Konto ganz zu löschen? Ich bin versucht, aber sehe ich alle Konsequenzen?
@leitleinkultur Es geht hier um einen bezahlten Gmail-Account mit eigener Domain drauf. Ich möchte dort meine Mails entfernen und auch alle Login-basierten Verbindungen löschen um letztlich diesen Account komplett zu schließen. Bezahlt ist er noch bis November, solange kann ich ihn auch als Login nutzen, auch wenn die Domain eigentlich nicht mehr drauf liegt. Ein weiterer, "kleiner" Account ist auch noch vorhanden. Da ist es einfacher, weil weniger Daten, aber auch schwieriger, weil er manchmal als Loginadresse hinterlegt ist und ich diese Mailadresse wegen @gmail.com nicht einfach umziehen kann. Mal sehen, wie ich mit dem Account verfahre. Erstmal der große Business-Account.
@leitmedium @leitleinkultur Mal die Kleinigkeit, die ich nicht verstehe:
Wozu braucht Mensch so viele E-Mails ständig und überall verfügbar?
Alles, was älter als 2 Jahre ist, kann doch in ein Archiv umziehen?
Oder sind die E-Mails wirklich so jung? So einen riesigen Datenberg könnte ich nie und nimmer verwalten 🤔

@Zeronior @leitleinkultur Das ist eine berechtigte Frage. Prinzipiell habe ich als Freiberufler, Doktorand, Vater von drei Kindern und Mitinhaber einer kleinen Firma durchaus viele Mails. Ich arbeite auch mit einer Suchlogik, bei der ich oft alte Mails raussuche, Rechnungen, Dokumente, usw. Das war damals auch ein Paradigmenwechsel durch Google: Suche statt sortieren - und gar nicht mehr löschen.

Ich lösche durchaus Mails, aber nicht genug, denke ich, aber mir fällt es schwer, zu entscheiden, was wegkann. Ist eine Bestellbenachrichtigung noch wichtig? Wird das ein Garantiefall in knapp zwei Jahren? Will ich in vier Jahren wissen, welches Modell ich gekauft habe?

Das Archiv von den Mails trennen habe ich teilweise. Mein Mailarchiv reicht bis 2000 zurück, denke ich. Das bei Google Mail bis 2015. Die anderen Archive sind PST-Dateien (Outlook), Mbox-files und Maildirs. Eigentlich wäre es, auch als halber Medienhistoriker, schön, alles an einem Ort zu haben.

@leitmedium @leitleinkultur Dann hast du das gleiche Problem wie wir, nur verlagert: Es fehlt ein richtig gutes DMS (Document Management System).
Ich suche auch schon seit Jahren. Anleitungen, steuerrelevante Rechnungen, für mich auch gerne Dokumentationen - alles liegt in einem Wust von Netzwerkordnern.
@Zeronior ich bin ja seit kurzer Zeit riesiger Fan von Paperless, auch wenn das nur die Anhänge verarbeitet. Aber ich überlege, ob ich da nicht auch einfach wichtige Mails reinlaufen lasse @leitmedium
@leitleinkultur @Zeronior Das läuft bei mir zumindest auf der Synology Station für meine PDFs (ich scanne alle Papierpost mit einem Einzugsscanner ein seit mehreren Jahren und entsorge sie dann - funktioniert sehr gut). Mit Mails habe ich mich in dem Kontext noch nicht beschäftigt. Ich würde Mails nach letztlich am liebsten einfach als Maildir aufbewahren, weil das Tool-unabhängig ist und man das auch in zwanzig Jahren noch irgendwie lesen kann.
@leitleinkultur @leitmedium Ich schätze, unser Synology ist zu alt. Habe die Tage die GUI-Suche ausprobiert. Da bin ich ja schneller per SSH und "find" -.-
Werde nochmal Infos einholen.