Eine Gruppe von Professor:innen forderte in einem Brief an die Hochschulleitung der HU Berlin den Schutz eines ihrer Kollegen, dem mehrere Personen Machtmissbrauch, zum Teil sexualisierte Übergriffigkeit vorgeworfen hatten. Ein Brief, der zahlreiche Fragen aufwirft. Unsere Stellungnahme dazu: 1/17

RE: https://bsky.app/profile/did:plc:nblg4xtejgow2hvvzzpd7tx6/post/3md2zrvjwa22l
Der Fall in aller Kürze: 2023 wurde bekannt, dass mehrere Frauen einem Professor der HU Berlin Machtmissbrauch & sexualisierte Übergriffigkeit vorwerfen. Die Universität leitete 2024 ein Disziplinarverfahren ein und suspendierte den Professor. Aufgrund eines Urteils des Verwaltungsgerichts 2/17
Berlin kehrte er aber kurze Zeit später zunächst in den Dienst zurück, wie im Dezember 2024 bekannt wurde. Die Rückkehr erfolgte jedoch unter Auflagen: So sollte der Professor Studierende und Doktorand:innen nicht mehr ohne Anwesenheit einer dritten Person treffen. 3/17
Der @[email protected] berichtete in mehreren Artikeln über den Fall. Am Institut sorgte die Rückkehr des Professors für erhebliche Unruhe. Eine Online-Petition, die im Juni 2025 veröffentlicht wurde, forderte unter anderem den „sofortigen Rücktritt der Person, 4/17
gegen die die Vorwürfe erhoben werden, und somit den Entzug aller Lehrverpflichtungen und Funktionen“. Fast 3500 Personen unterzeichneten die Petition. Der Blogger Leonid Schneider @[email protected] veröffentlichte vergangenen Freitag nun einen Briefentwurf von 44 Professor:innen 5/17
an die Leitung der Humboldt-Universität, datiert auf den 4. Oktober 2025. In diesem weisen die Unterzeichner:innen auf die lange Dauer des Verfahrens gegen den Professor hin und sprechen von erheblichen „Belastungen für alle Betroffenen“. Dies ist die einzige Stelle, 6/17
an der ausdrücklich von Belastungen für „alle Betroffenen“ die Rede ist. Insgesamt entsteht aber der Eindruck, dass es den Unterzeichner:innen des Briefs vor allem um den aus ihrer Sicht dringend notwendigen Schutz des Beschuldigten geht. Dieser werde „isoliert“ und „ausgegrenzt“, 7/17

@metoohistory.bsky.social

Sie wollen, dass er wieder in die Lehre zurückkehrt??
Unglaublich, wie ihm da andere Historiker die Stange halten. "Freiheit von Lehre und Forschung gefährdet" wie bitte? Denken die, das steht für "Freiheit, Studentinnen / Doktorandinnen zu belästigen"?

Egal, wie lange du schon dafür bekannt bist, Studentinnen sexuell zu belästigen, es gibt immer ein paar Kumpel, die für dich in die Bresche springen und laut "Unschuldsvermutung" rufen!

Und natürlich kein Wort darüber verlieren, wie schwierig die Jobsuche für studierte Historiker*innen ist, sich also jede betroffene Studentin 20 Mal überlegt, ob sie damit zur Polizei geht. Dieses Machtgefälle existiert für diese etablierten Historiker nicht.

#HUBerlin