ichđ€Ąiel
ichđ€Ąiel
Arbeitgeber
Eigentlich ist der sogenannte Arbeitgeber der Arbeitnehmer und der sogenannte Arbeitnehmer der Arbeitgeber.
Tjaâą.
Und nicht den Fehler machen und kurz in Richtung Heil- und Pflegeberufe schauen. Selbst trotz Manteltarif ist die Bezahlung bodenlos, von der âbetrieblichen Ăbungâ in flexibler Auslegung des ArbZG noch nicht einmal gesprochen. Und dann kommt soân Dulli wie ich daher und âarbeitetâ gemĂŒtliche 24 Stunden pro Woche, 100% daheim am Rechner, fĂŒr eine unverhĂ€ltnismĂ€Ăig hohe Bezahlung, nur weil meine Interessenlage zu einem Kompetenzprofil gefĂŒhrt hat, das die unsichtbare Faust des Marktes fĂŒr Ă€uĂerst profitabel und nutzbar hĂ€lt.
Unsere âmarktĂŒblichenâ Metriken zur wortwörtlichen Bewertung von Arbeit sind komplett hanebĂŒchen. Und dann werden HĂ€nde ringend modellkonforme GrĂŒnde gesucht (FachkrĂ€fte! Arbeitszeit! KĂŒndigungsschutz!), wenn das System sichtbare Risse bekommt, weil Menschen nicht mehr existieren dĂŒrfen. Hauptsache, die âJeder kann es schaffenâ-Legende wird weiter kolportiert, unter Auslassung des Zusatzes ââŠwenn er bereit ist, seine Mitmenschen auszubeutenâ.
Bah. Ich wĂ€râ lieber im Alter konservativer SpieĂer geworden, wie es mir versprochen wurde. Stattdessen⊠[wildes Gestikulieren] das alles hier!
Selbst trotz Manteltarif ist die Bezahlung bodenlos ⊠Und dann kommt soân Dulli wie ich daher und âarbeitetâ gemĂŒtliche 24 Stunden pro Woche, 100% daheim am Rechner, fĂŒr eine unverhĂ€ltnismĂ€Ăig hohe Bezahlung, nur weil meine Interessenlage zu einem Kompetenzprofil gefĂŒhrt hat, das die unsichtbare Faust des Marktes fĂŒr Ă€uĂerst profitabel und nutzbar hĂ€lt.
Gut, das ist aber auch nicht das Problem. Die Pflege ist einfach nicht so profitabel wie die Entwicklung von irgendwelcher IT-Infrastruktur. Ich hab mal fĂŒr ein Unternehmen gearbeitet, was mit Pflegeunternehmen gearbeitet hat und hab paar Abrechnungen gesehen - da wird finanziell teilweise schon extrem am Pfannenboden gekratzt, gerade, wenn keine Förderungen der Stadt zugeschossen werden. Klar gibt es die Ausreiser, die nach 6 Monaten nen neuen Ferrari leasen, aber das sind - in meiner Erfahrung - eher die Ausnahmen. Pfleger bringen einfach nicht die Kohle rein, die z.B. ausgebildete Informatiker o.Ă€. reinbringen. Das ist aber auch soweit alles okay.
Der Fehler ist, dass systemkritische Dinge wie Pflege oder das Gesundheitswesen ĂŒberhaupt in privater Hand liegen und demnach Profit abwerfen mĂŒssen ⊠das ist das DĂ€mliche. Es geht hier um die Gesundheit von Menschen, da sollte kein privater Investor dahinterstehen und die Hand aufhalten. Sobald Profiterwartung dabei ist, wird automatisch an allen Ecken und Enden gespart. Dass die GehĂ€lter gedrĂŒckt werden, ist ja nur eine Sache, es wird ja auch an Patienten gespart. Ich hab mal nen Artikel gelesen, dass z.B. das Krankenhausessen in fast allen Stichproben UNGESUND ist. Im fucking KRANKENHAUS ⊠https://www.apotheken-umschau.de/news/essen-in-deutschen-krankenhaeusern-ist-oft-ungesund-und-klimaschaedlich-1378485.html
Die Pflege, KrankenhĂ€user etc. MĂSSEN in staatlicher Hand und ohne Gewinn oder sogar Selbsterhaltungserwartung gefĂŒhrt werden. Genauso wie der ĂPNV, Bildung etc. In der drittgröĂten Volkswirtschaft der Welt sollte dieses Geld eigentlich da sein.
Ich lag mit 23 mal fĂŒr 1œ Wochen im Krankenhaus. In der Zeit hab ich fast 5kg abgenommen. Das lag nicht daran das ich Fett war mit meinen 1,86m und 72kg. Sondern einfach das die Portionen gottlos klein waren das ich exakt einmal satt war, nachdem ich 2 Portionen Krankenhausessen und ne komplette fucking Pizza gegessen hatte.
Das Essen reicht vielleicht aus fĂŒr 93f mit gebrochener HĂŒfte. Aber nicht fĂŒr einen durchschnittlichen jungen Erwachsenen mit etwas Muskulatur.
Jup. Meine Freundin hatte so ein Szenario - die hat 7 (Keine Hyperbolie - gezĂ€hlt!) Schupfnudeln zum Mittagessen bekommen mit einer aufgelösten FertigtomatensoĂe, wo man das Pulver noch rausgeschmeckt hat, weils nicht ordentlich aufgelöst wurde. Und wenn diese Frau nach dem Essen noch Hunger hat als jemand, die kaum nen Döner komplett aufgegessen bekommt, dann muss da definitiv was falsch sein.
Neben ihr lag eine Privatpatientin, die regelmĂ€Ăig so Mitleid mit ihr hatte, dass sie ihr Essen mit ihr geteilt hat, weil die ein 3-GĂ€nge MenĂŒ (wieder keine Hyperbolie) bereitgestellt bekommen hat.
Die öffentliche Hand ist genauso am Lohn drĂŒcken, dieses Jahr in der Tarifrunde haben sich die Arbeitgeber in den ersten Verhandlungsrunden geweigert unser Angebot anzugucken und nen Gegenangebot zu machen.
Manchmal kriege ich traurige Augen, wenn ich erzĂ€hle wieviel ich ausgelernt verdienen werde. Hinzu kommt, dass sich Arbeitgeberinnen weiterhin weigern in der Pflege Praxisanleiterinnen höher zu stufen fĂŒr ihre Weiterbildung oder StudiengĂ€nge angemessen zu entlohnen (auĂer Management ;) ).
Das liegt auch daran, dass die Kommunen flÀchendeckend pleite gehen und es weder Bund noch LÀnder scheinbar juckt. Viel der Versorgung hÀngt daran und wenn die Kommunen es nicht mehr stemmen können sehen sie sich gezwungen es abzugeben. Das Krankenhaus wo ich arbeite schreibt seit Jahrzenten rote Zahlen bloà jetzt wird sich auf einmal dran gestört.
Arbeitgeber
Eigentlich ist der sogenannte Arbeitgeber der Arbeitnehmer und der sogenannte Arbeitnehmer der Arbeitgeber.
Schnapspraline
Nehm ich.
Das Krankenhaus wo ich arbeite schreibt seit Jahrzenten rote Zahlen bloà jetzt wird sich auf einmal dran gestört.
Das sollte in einem Krankenhaus halt eigentlich auch egal sein ⊠KrankenhĂ€user sollten der Gesundheitspflege dienen und nicht als gewerbliches Unternehmen. Manchmal denke ich mir, dass wir vlt. diese endlosen Milliarden, die wir in die Krankenversicherung buttern, einfach direkt zur Finanzierung von KrankenhĂ€usern und Ărzten nutzen âŠ
gemĂŒtliche 24 Stunden pro Woche
Und ich fĂŒhle mich mit 32h schon schlecht. Schön zu sehen, dass andere noch weniger arbeiten. :D Aber lass das nicht den Fotzenfritz hören, der bekommt direkt Puls! đĄ
Keine Sorge, im vorauseilenden Gehorsam verbringe ich meine viele freie Zeit damit, das viel zu teure Pflegesystem durch freiwillige Angehörigenpflege zu entlasten. Aber ich verstehe Fritzl schon: Wer keinen Lohn bezieht, arbeitet auch nicht. Faules, parasitĂ€res GeschmeiĂ, alles. Dividenden und Zinsen gelten natĂŒrlich als Lohn im Rahmen dieser Betrachtung, wo kommen wir denn sonst hin!
Ich lassâ mich auch nicht im Stadtbild sehen, um keine Töchter zu verunsichern mit meinem arbeitsscheuen Anblick.