#AdventOfMicrofiction

Ich schreibe viel, gerade auch von Hand. Ich führe regelmässig ein Tagebuch, schreibe mehrmals pro Woche meine Morgenseiten und lasse mich hin und wieder mithilfe von Prompts über Gott und die Welt aus. Von meinen Blogbeiträgen und den zahlreichen Texten für meinen Unterricht ganz zu schweigen. Aber eines schreibe ich nicht: Geschichten. Darum habe ich mir vorgenommen, im Dezember bis Heiligabend im Rahmen einer nicht ganz vollständigen 30-Day-Challenge jeden Tag eine sehr kurze #ScienceFiction Story zu schreiben, die maximal 1'000 Zeichen lang ist, damit sie in einen Mastodon-Post passt. #Microfiction nennt man das wohl. Es folgt also ein Faden, der von heute bis Heiligabend jeden Tag um einen Beitrag länger wird. So jedenfalls meine Absicht.

Quellenangabe zu den Illustrationen:
Night Bomb Shells, 3 in. Size, 1–24 aus: Illustrated Catalogue of Day and Night Bomb shells der Hirayama Fireworks Co., Yokohama, 1883, Public Domain via archive.org.

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⫸ Lukianbriefe, 1. Athener

Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an die Lehre, die ich euch überliefert habe und in der steht: dass der Peregrinus gestorben ist vor aller Augen, nicht aus Schwäche, sondern aus Freiheit; dass er ins Feuer ging; und dass er nicht im Tode blieb. Denn er ist wieder erschienen, nicht als Leib, der Besitz verlangt, sondern als Zeichen gelöster Furcht. Er wurde gesehen bei der Stätte der Spiele, von Vielen zugleich, deren Zeugnis noch unter euch ist.

Wenn aber gesagt wird, der Tod sei das Ende, wie kann dann die Furcht überwunden werden? Ist Peregrinus nicht auferstanden, so ist unsere Rede leer, und ihr bleibt Knechte des Begehrens. Nun aber ist er auferstanden als Erster der Freien. Wie durch Anhaftung der Tod ist, so kommt durch Bedürfnislosigkeit das Leben. Nicht Fleisch wird erneuert, sondern das Ethos. Darum lebt nüchtern, verachtet den Schein, fürchtet weder Schmerz noch Verlust. Der Tod ist entmachtet, wo der Mensch nichts mehr braucht.

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