🧵 Ich habe lange geglaubt, dass ich ein Mensch bin, der nicht wütend wird. Mit Mitte zwanzig saß ich bei einer Therapeutin, die das gar nicht gut fand. Sie wollte, dass ich wütend werde. Auf ein Mädchen aus der fünften Klasse. Auf meine Eltern. Auf die Vergangenheit.
Ich hielt das für unnötig. Warum Gefühle für etwas aufbringen, das man nicht mehr ändern kann?
In dieser Zeit war ich mit einem Mann zusammen, der nie weinte. Nie. Ich war nie wütend, er hat nie geweint. Klingt gesund, oder?
