#Lohnnebenkosten-Senkungen sind kaum treffsicher. Denn das meiste Geld aus einer Kürzung der Lohnnebenkosten kommt bei kleinen oder mittleren Unternehmen gar nicht an. Das größte Hundertstel der Unternehmen erhält alleine knapp die Hälfte jeder #Lohnnebenkostensenkung. 1/
Von einer Kürzung der #Lohnnebenkosten haben also hauptsächlich Österreichs Konzernriesen mit zehntausenden Mitarbeiter:innen etwas – wie etwa die Lebensmittelketten REWE oder Spar. Das ist das Gegenteil von treffsicher. 2/
In den vergangenen 10 Jahren wurden die Lohnnebenkosten bereits 9-mal gekürzt. Seit 2014 wurde der Beitrag der Unfallversicherung von 1,4 Prozent auf 1,1 Prozent gesenkt. Der Beitrag der Unternehmen zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) wurde seit 2014 von 4,5 Prozent auf 3,7 Prozent gekürzt. 3/
Die stärkste Kürzung gab es beim Insolvenz-Entgelt-Fonds. Ab 2015 wurde dieser von 0,55 auf 0,10 Prozent gekürzt. 2024 wurde außerdem der Beitrag der Unternehmen zur Arbeitslosenversicherung von 3 auf 2,95 Prozent leicht gekürzt. 4/
Durch die bisherigen Lohnnebenkosten-Senkungen entgehen dem Staat jährlich 2,2 Milliarden Euro an Einnahmen. Jede Kürzung in der Vergangenheit wirkt also bis heute nach. Summiert beläuft sich der gesamte Einnahmenverlust seit 2014 auf bis zu 13,5 Milliarden Euro. 5/
Lohnnebenkosten-Senkungen kommen auch nicht bei den Beschäftigten an, wie die wissenschaftliche Literatur bestätigt. Eine niederländische Studie zeigt, dass eine Reduktion der SV-Beiträge nicht zu den Beschäftigten verlagert wird: https://social.moment.at/@mom_inst/111816805989796453
6/
Mehr Informationen rund um die Lohnnebenkosten-Debatte gibt es auf unserer Website: https://www.momentum-institut.at/publikation/weniger-sozialleistungen-ohne-lohnnebenkosten/
7/7
Weniger Sozialleistungen ohne Lohnnebenkosten - Momentum Institut

Momentum Institut