Lesen in einer Fremdsprache führt den Unterschied zwischen Gebrauchsschreiben und literarischem Schreiben quasi drastisch vor Augen.

Der Text von Bourdieu ist gedanklich kompliziert, aber sprachlich (für mich gerade noch so) machbar.

Aber kaum zitiert er Flaubert oder Baudelaire, ist es, als wäre es eine andere Sprache. - Sie schreiben eine andere Sprache als Bourdieu, obwohl auch auf Französisch.

Es geht Bourdieu um die Entstehung der schriftstellerischen Haltung, Kunst um der Kunst willen zu schaffen.

Er zeichnet nach, wie die Schriftsteller, die diese Haltung zu etablieren suchten (v.a. Flaubert beim Roman, Baudelaire in der Lyrik), sich abwandten von der Versuchung, für das/ein Publikum zu schreiben.

Sie wetterten gegen die bürgerlichen Schriftsteller ebenso wie gegen die sozialistischen Schriftsteller. Den einen ginge es nur um Erfolg und Geld, den anderen um politische Ziele.

Dem stellten sie das „heroische“ Unternehmen gegenüber, zu schreiben um des Schreibens willen, unabhängig von bürgerlichen oder politischen Zwecken.

Ich denke die ganze Zeit: Hm, „heroisch“? Wie stellte sich die Herausforderung für Frauen, für Schritstellerinnen?

Vielleicht war ihre Versuchung eher, davon auszugehen, sowieso kein Publikum zu haben oder erreichen zu können. Die Position „l‘art pour l‘art“ war für Frauen immer schon naheliegend und nie heroisch…

Hm, muss nach feministischen und genderkritischen Lektüren von Bourdieu suchen.
@HarastaEva Kann von Bourdieu das Buch "Die männliche Herrschaft" empfehlen. Ultra-dichter Text und dementsprechend komplizierte Sätze, aber gehaltvoll. Hab mich da allerdings nur auf deutsch dran getraut ;-)
#PierreBourdieu #patriarchatistdasproblem #patriarchatUeberwinden