Du bist der Vogel, dessen Flügel kamen,
wenn ich erwachte in der Nacht und rief.

Nur mit den Armen rief ich, denn Dein Namen
ist wie ein Abgrund, tausend Nächte tief.

[...]

du bist das Bild, ich aber bin der Rahmen,
der Dich ergänzt in glänzendem Relief.

Wie nenn ich dich? Sieh, meine Lippen lahmen.

Du bist der Anfang, der sich groß ergießt,
ich bin das langsame und bange Amen,
das Deine Schönheit scheu beschließt.

Rilke

#150Geburtstag

#PoesieZurNacht.