Ein furchtbares Buch.
Also versteht mich richtig: Es ist verständlich und pointiert geschrieben und nach meinem laienhaften Eindruck auch ernsthaft recherchiert.
Sage ich also lieber: Eine furchtbare Lektüre.
Ein furchtbares Buch.
Also versteht mich richtig: Es ist verständlich und pointiert geschrieben und nach meinem laienhaften Eindruck auch ernsthaft recherchiert.
Sage ich also lieber: Eine furchtbare Lektüre.
"Jeder Mensch in der Bank hasst das, was die Bank tut, und doch tut die Bank es."
John Steinbeck, 1939
(Bernd Greiner, Weißglut, Seite 132/133)
"[Hass und Hetze] war kein Ausrutscher, sondern gängiger Sprachgebrauch, unterlegt mit dem Alarmismus einer Abwehrschlacht auf Leben und Tod gegen die 'Roten'. Insofern passten die auf John Steinbeck gemünzten Etiketten ins Gesamtbild: 'Jude', 'Perverser', 'Alkoholiker', 'Drogenabhängiger' - und dies alles mit einer Hartnäckigkeit, dass sich Steinbeck [zum Schutz] vor Übergriffen bei Reisen und Hotelaufenthalten ein Pseudonym zulegte."
#BerndGreiner
(Weißglut, Seite 136/137)
"[I]m Jahr 1933 gegründet, war 'Campaigns Inc.' das weltweit erste Unternehmen, das maßgeschneiderte Politikkampagnen anbot [...] Der Ansatz war so einfach wie radikal: den Markt so lange mit moralischen Themen rund um Familie, Religion und Patriotismus fluten, bis alles andere überlagert [...] ist."
Na, kommt euch das bekannt vor?
https://en.wikipedia.org/wiki/Whitaker_and_Baxter
(#BerndGreiner, Weißglut, 2025, Seite 139)
Ach, wie schön, Bernd Greiner zitiert mehrmals Margret Boveri.
Das erinnert mich daran, dass ich von ihrem Standardwerk "Der Verrat im 20. Jahrhundert" auch noch die Teile II bis IV lesen möchte.
Ich mag es immer sehr, wenn Leute, deren Ansichten und Analysen ich anregend finde, sich aufeinander beziehen und ich so an einem ganzen mehrstimmigen Geflecht herumsinnieren kann. 🖤
"Vietnam wird als der Ort in die Geschichte eingehen, wo die Menschheitsfamilie endlich die Zeit zu einem Aufbruch in eine neue Ära der Hoffnung, des Fortschritts und der Gerechtigkeit gefunden hat. [...] Das ist unser großes Abenteuer - und es ist ein wunderbares Abenteuer."
Hubert Humphrey, demokratischer Vizepräsident, 1967 vor dem amerikanischen Botschaftspersonal in Saigon
https://de.wikipedia.org/wiki/Hubert_H._Humphrey
(Bernd Greiner 2025, Seite 264)
"Es gibt Klassenkampf, ganz klar. Aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen."
Warren Buffett, 2006
(Greiner 2025, Seite 292)
--stärkeren Kraft. [...] Mit einer kohärenten Bewegung hatte diese runderneute Rechte wenig gemein, sie trat als buntscheckiger Haufen auf und neigte zu überraschenden Volten. [...] Ursächlich war wieder einmal die ewig schwärende Wunde des Rassismus - und folglich das Axiom, dass sich politischer Erfolg dem Wissen verdankt, wer wen hasst."
Bernd Greiner
(Weißglut, 2025, Seite 296/297)
"Sing one more freedom song, and you are under arrest."
Polizeidurchsage, Selma/Alabama 1965, aber eigentlich zeit- und ortlos
(#BerndGreiner, Weißglut, 2025, Seite 299)
"Ich weiß nicht, warum eine Privatperson das Recht haben sollte, einen Revolver im eigenen Haus zu haben."
Welcher Präsident der USA hat's gesagt?
"Ich weiß nicht, warum eine Privatperson das Recht haben sollte, einen Revolver im eigenen Haus zu haben."
Richard Nixon, republikanischer Präsident 1969-74
Tatsächlich wurde der zweite Zusatzartikel zur Verfassung (Recht auf bewaffneten Kampf gegen tyrannische Regierung) erst seit Mitte der 1970er-Jahre durch massive Lobbyarbeit zum Recht auf Waffenbesitz umgedeutet und 1986 verankert: "einer der größten Fälle von Betrug an der amerikanischen Öffentlichkeit", so Warren Burger, Präs. Ob. Gh.
Ich habe immer gedacht, der Staat, der seinen Bürger*innen am meisten misstraut hat, wäre die DDR gewesen. Aber auf lange Sicht, das ganze lange 20. Jahrhundert hindurch und bis heute, waren es die USA, das "land of the free". Vermutlich sind Eigenbezeichnungen jedes einzelne Mal verräterisch.
Und das taugt dann auch als ein Fazit von mehreren möglichen aus diesem sehr empfehlenswerten Buch.