https://www.heise.de/news/KI-treibt-IT-Modernisierung-doch-Altsysteme-bleiben-11074094.html

Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) gab an, dass Cloud-Infrastrukturen in Sachen Leistung nicht an die Altsysteme heranreichten.

Das ist so formuliert ziemlich schwer zu verstehen.

Die Rechner in der Cloud sind leistungsfähiger, haben mehr Kerne und mehr Speicher.

Sie haben außerdem meist nicht mehr Netz und keine nutzbaren lokalen Platten (NVME...), sondern speichern alle Daten in remotely attached storage (also entweder EBS oder S3).

Das heißt, die Latenz ist Dreck und die Bandbreite durch die Bandbreite des traffic-geshapeten Interfaces der gemieteten Instanz begrenzt. Wenn man Anwendungen hat, die Transaktionsverarbeitung machen oder die sehr viel Daten durch schaufeln, dann ist das natürlich leistungsmäßig enttäuschend, weil die ganzen Kerne schneller auf die fehlenden Daten warten.

Aber Leute, die vor einem lokalen Laptop und mit 4-Kern-VMs groß geworden sind können sich die Leistungsfähigkeit von einem Stück 192-Kern Bare-Metal mit 2 TB RAM und 24 lokalen NVME nicht gut vorstellen. Entscheider sowieso nicht. Und ja, das kostet im Kauf so viel wie Du beim Cloudhöker für 12 Monate Miete bezahlst.

Trotz Cloud und KI: Altsysteme bringen oft noch immer mehr Leistung

Eine Umfrage von MongoDB zeigt: Vier von fünf Unternehmen modernisieren ihre IT. Doch die vollständige Ablösung alter Systeme scheitert oft.

heise online

@isotopp Ich bin privat gerade bei Hetzner von einem Dedi in deren Cloud umgezogen. Auf die billigsten shared vCPU-Pakete (mit Ampere ARMs). Rein aus Kostenersparnis, zur Reduzierung des Maintenance-Aufwands und weil ich es umwelttechnisch für Unsinn hielt, mir einen Dedi zu halten, der überwiegend idled, wenn ich mir die Leistung auch teilen kann.

Die neue Konstellation ist trotzdem responsiver, gefühlt wie gemessen. Gut, überwiegend privates Web-Kleingedöns, ein paar Blogs, statische Webseiten, ein GitLab und ein Nextcloud. Ich hatte bisher aber nie das Gefühl, da irgendwas mit irgendwem zu teilen.

@shred Ja, klar ist die das. Die Daten liegen im RAM und die CPUs haben mehr Bumms, insbesondere wenn die anderen Lasten da auf der Kiste genau so idlen wie Du.

Das ist aber nicht die Konstellation, die der Artikel beklagt

@isotopp Du hast recht. Mich triggerte das "bare metal performanter als cloud".

@shred

Da sieht man gut, wie unterschiedlich die Anforderungen sind. Mein Weg war genau umgekehrt. Von einer recht unterperformanten Hetzner Cloud VM auf einen Dedi umgestiegen. Aus der Serverbörse geschossen, denn da fress ich keine neue Hardware, die ich sehr wahrscheinlich nicht brauche. Und nen 8/16vCPU AMD 3rd Gen mit 64GB RAM und 2x1TB SSD im ZFS RAID1. Kostet mehr, klar. Aber performanter ist es und dank echter Virtualisierung drauf ist Backup etc. jetzt auch einfacher. :)

@isotopp

@shred
Im Gegensatz zur VM vorher ist mein Salat da drauf jetzt deutlich responsiver und hat wesentlich mehr Möglichkeiten. Gerade die Intel VMs waren bei 2-4 Kernen gefühlt da ziemlich overcommitted und hatten wait. Aber vllt. Pech am gewählen Standort oder Host. Wer weiß :)

Aber different user stories und requirements :)

@isotopp

@JeGr Genau solche "Denkpausen" waren meine größte Sorge beim Umstieg, bisher zum Glück nicht passiert. Vielleicht sind die ARM-Server ja nicht so attraktiv für die breite Masse?

Beim Umzug habe ich auch gleich alles von handgefrickelt sauber auf Ansible umgestellt. Zur Not könnte ich später mit relativ wenig Aufwand wieder auf einen Dedi zurück.

Aber ja, different user stories. 🙂

@shred
Oh, da könntest du tatsächlich einen Punkt haben! :)
Ich denke der meiste Self-Hosted Dokukram bzw. die Tutorials dazu sind entweder (älter) RasPis (wenn ARM) oder x64. Da kann es sehr gut sein, dass die ARM VMs schlichtweg nicht so exzessiv gebucht oder vielmehr überbucht sind, weil meist x64 genutzt wird. Und dann sind natürlich auch die Denkpausen nicht vorhanden oder geringer. Die hatte ich auf meinem Setup gerade bei bspw. größeren Updates deutlich bemerkt. Trotz local Hetzner Repo.