Das libertäre Ausdruck "durchgestochen" hat ohne Not und Grund nun offiziell als fester Bestandteil in die Nachrichten der Öffentlich Rechtlichen Einzug gehalten.
Es gäbe viele alternative demokratische Ausdrücke!
Das Medienversagen geht weiter.
Das libertäre Ausdruck "durchgestochen" hat ohne Not und Grund nun offiziell als fester Bestandteil in die Nachrichten der Öffentlich Rechtlichen Einzug gehalten.
Es gäbe viele alternative demokratische Ausdrücke!
Das Medienversagen geht weiter.
@sven222 das Wort "durchgestochen" ist in erster Linie ein Kampfbegriff. Es wird mittlerweile für "veröffentlicht" im Zusammenhang mit "Indiskretion" verwendet. Oder auch der bis vor kurzem noch übliche Gebrauch von "geleakt".
Dass du das normal empfindest, dass ein Kampfbegriff für ein nicht militärisches Thema benutzt wird, ist schon alarmierend genug. "Durchgestochen" wurde so richtig "gesellschaftsfähig" im Zusammenhang mit dem FDP Zerstörer Lindner und der Ampel.
Um mal im militärischen Sprachgebrauch zu bleiben.
Das Nutzen solcher Kampfbegriffe, die komplexe Sachverhalte völlig vernebelt auf eine "einfache" Formel herunterbrechen, war schon in der Geschichte immer gefährlich und in den meisten Fällen ein Indiz dafür, dass manipuliert werden soll.
Um so mehr sollte gerade die Journalistische Zunft bei solchen Begriffen sehr hellhörig sein und solche propagandistischen Ausdrücke tunlichst meiden.
Die Sprache ist immer der Anfang der Verrohung einer Gesellschaft. Erst spricht man von den Armen, irgendwann von der Last der Gesellschaft, dann von den Schmarotzern und schließlich wie im dritten Reich von den Parasiten. Das geschieht meist sehr langsam, so dass die Übergänge fließend sind, so wie der Frosch im Wasser, das langsam erhitzt wird (Boiling frog).
Und klar ist es einfach das alles als "empfindlich" abzutun, aber das zeugt auch von mindestens kompletter Geschichtsvergessenheit.
So und jetzt bitte deine Begründung, warum das ein ganz normaler Begriff sein soll. Ich habe meinen Teil erklärt.
Sprachlich interessant: Ich lese "durchgestochen" auch nicht mit dem Bild von jemanden, der eine Stichwaffe an einer anderen Person verwendet sondern mehr ein Werkzeug mit dem ein Material durch einen Werkstoff transportiert wird.
Fragt sich halt, woher das Wort wirklich kommt und wie es von der durchschnittlichen Bevölkerung interpretiert wird - wir sind alle drei keine #Sprachwissenschaftler sondern technisch sozialisiert und evtl ausgebildet, oder?
Macht euch mal von dem Bild frei, dass irgendjemand "gestochen" wird. Es ist nicht das Bild, sondern die Erweiterung der Bedeutung in andere Bereiche und damit auch die Erweiterung und Verwässerung eines harten Begriffes in einen gesellschaftlich akzeptierten Begriff.
Ein extremes Beispiel: Wir sind uns hoffentlich alle einig, wenn ein Kind Bockmist baut, dass man als Erwachsener dieses Kind nicht anschreit. Das ist eine Errungenschaft, die noch gar nicht so alt ist. Was aber, wenn es Konsens wird, weil man mittlerweile ja auch Erwachsene im Streit anschreit, dass man auch Kinder anschreit? Gut ok, schön ist das nicht, "aber was schadet das"? Und wenn Kinder dann mal hier und da angeschrien werden, was denen ja "nicht schadet", dann kann man schon mal "zulangen". Hat unseren Eltern "ja früher auch nicht geschadet". Und wenn man schon mal "zulangen kann", dann "kann" man den Kindern auch mal "Prügelstrafe androhen". Eines führt zum anderen und ehe man es sich versieht "können die Blagen ja auch ab dem Alter von 9 auch was zum Haushalt dazu verdienen".
Es geht nicht darum, wenn der Ausdruck "durchgestochen" in Nachrichten und im normalen zivilen Leben verwendet wird, dass sofort Krieg ausbricht. Es geht darum, dass solche Begriffe und Ausdrücke Brücken zwischen Welten bauen, die ein aufgeklärter und friedlicher Mensch nicht bauen will. Oder ganz vereinfacht gesagt: Die Verrohung der Sprache erleichtert die Verrohung der Gesellschaft.
Aber für mich noch viel wichtiger, ist wirklich die Frage: Warum findet diese Sprache in den großen Öffentlichen Rechtlichen Nachrichten ihren Platz?
Absicht, oder einfach nur fahrlässige Inkompetenz?