Mal wieder alle Kinder da, zwei studieren. Inter-Generationen-Dialog im Blumschen Familienrat vor der Kirche. #Migration spielt keine Hauptrolle, sondern eher der wachsende Druck #Arbeit , #Kosten, #Lebensplanung. Ansage:

"Früher konnten Familien mit einem Gehalt ein Haus bauen. In eurer Generation ging es noch mit zwei Gehältern. Jetzt hast du fast gar keine Chance mehr auf Wohneigentum, wenn du nicht geerbt hast!"

Was meinst du: Realistisch oder übertrieben?

Stimmt nicht.
3.7%
Stimmt teilweise.
23.9%
Stimmt leider.
71.2%
Andere / keine Meinung.
1.2%
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@BlumeEvolution Die ZEIT ist diesem Gefühl schon vor fast 10 Jahren einmal nachgegangen. Tatsächlich haben sich die Gehälter seit den 1980er fast verdoppelt. Viele Preise waren aber (vor dem Ukraine-Krieg zumindest) nicht so stark gestiegen. Aber: "Mit dem Wohlstandsniveau der achtziger Jahre gibt sich heute niemand mehr zufrieden"

"[…] Ein Auto ohne Klimaanlage? Sich jahrelang jeden Urlaub verkneifen, um ein Reihenhaus draußen vor der Stadt abzuzahlen? Nur ein – schwarz-weißer – Bildschirm für die ganze Familie? Nein, […]"

https://www.zeit.de/2017/04/familie-vereinbarkeit-beruf-gehalt-dienstleister/komplettansicht

Familie: Wozu der ganze Stress?

Früher reichte ein Gehalt, um eine Familie zu ernähren. Heute braucht es zwei, heißt es. Aber stimmt das wirklich?

DIE ZEIT
@kaffeeringe @BlumeEvolution der Gini Index zeigt, dass sich das Einkommen sehr ungleich entwickelt hat. Zudem haben die Inflation bei Mieten und Essen stärker zugeschlagen. Das trifft gerade ärmere und Menschen, die noch kein Vermögen aufgebaut haben. Also z.B. Migranten u Dinge Menschen.
@prefec2 @BlumeEvolution Das stimmt. Der Gini-Koeffizient von 0,788 beim Vermögen bedeutet, dass 2 Familien so viel Vermögen haben, wie die 40 Mio ärmsten in Deutschland.
Aber: Hier vergleichen sich ja Menschen aus der Mittelschicht mit Menschen früher aus der Mittelschicht. Und die wollen heute halt 1-3 SUVs, großes Haus mit Schottergarten und allem Zip und Zap, zwei Auslandsreisen im Jahr usw.

@kaffeeringe

Einspruch, Euer Ehren.

Sowohl meine Frau #Zehra wie auch ich sind #Arbeiterkinder je türkischer & ostdeutscher Herkunft.

Wir haben uns durch Jahrzehnte harter & doppelter Arbeit in die #Mittelschicht vorgearbeitet. Nun erleben unsere Kinder, dass sie trotz erreichter #Bildung & hohem Fleiß, je auch freiwilligem #Dienstjahr viel härter zu ringen haben.

Und niemand hier strebt "1-3 SUVs, großes Haus mit Schottergarten" o.ä. an. Das sind jugendfeindliche Klischees.

@prefec2

@BlumeEvolution @kaffeeringe ja das halte ich auch für eine überspitzte Formulierung mit den SUVs. Mittelschicht ist leider ein dehnbarer Begriff. Formal ist Mittelschicht wer ein mittleres Einkommen hat. Mit dem Medianeinkommen ist aber in der Regel kein eigenes Haus oder Wohnung drin. Vor allem nicht in Städten.

Wenn ich mir da aus persönlicher Perspektive ansehe, sieht es so aus:
1/2

@BlumeEvolution @kaffeeringe meine Schwester und ihr Mann haben sich hochgearbeitet. Er hat die Hauptschule besucht, war Postbeamter und hat sich dort hochgearbeitet und weiterqualifiziert. Meine Schwester war auf der Realschule und hat sich von dort über Fachlehrerin hochgearbeitet und am Ende zusätzlich noch Mathe als weiteres Fach erlernt. Beide haben sich ein Haus erarbeitet. Auto haben sie auch. Bei ihren Kindern sieht das anders aus. Die haben beide studiert. Aber nur bei einem 2/3

@BlumeEvolution @kaffeeringe wird das zu einem eigenen Haus führen. Das andere wird wahrscheinlich trotz Studium kein Haus in D kaufen können. Für die Kinder meiner anderen Geschwister sieht das ähnlich aus. Die können maximal das Haus der Eltern erben.

Wenn man sich unsere Eltern ansieht. Er Schneidermeister und später Buchhalter und sie Bäckerin und dann leider Verkäuferin, könnten sich ein Haus mit drei Wohnungen erarbeiten. Menschen in den selben Rollen heute, können das nicht.

3/3

@prefec2 @BlumeEvolution
Ein Einfamilienhaus 1960 hatte ca. 120 m². Heute über 150m².

Und das bei größeren Haushaltsgrößen damals (mehr Kinder).

1965 waren es 22m² Wohnfläche pro Kopf.
Heute sind es 47m² pro Kopf.

(Da sind Wohnungen eingerechnet, die immer schon kleiner als die Häuser waren. Aber die Entwicklung kann man daran ablesen.)

@prefec2 @BlumeEvolution Bauen ist heute sicher teurer - teilweise aus gutem Grund. Die Dächer bei meinen Eltern und meinen Großeltern war komplett unisoliert. Durch die Einfachverglasung hat man die Straße gleich mit geheizt. Aber bei meinen Großeltern war auch nicht das ganze Haus immer 21°C.

Leicht war es für Durchschnittsverdiener nie.

Die Frage ist, ob man das heute noch auf sich nimmt, wenn Wohnungen auch ganz okay sind und man dann nicht nur mit einen Familien-Tablet und dem Kleinwagen zur Oma in den Urlaub fahren kann.

@prefec2 @BlumeEvolution Das Einfamilienhausideal stammt aus dem 20. Jahrhundert. Ist das auch im 21. Jahrhundert überhaupt noch ein Ideal? Wir verbrauchen 3-4x mehr Ressourcen als der Planet bereitstellt und noch immer bauen wir immer mehr und immer größer.
@prefec2 @BlumeEvolution Marcel Fratzscher (DIW) hat gerade etwas zum Thema Eigenheim veröffentlicht: https://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.984602.de
DIW Berlin: Die Aufstiegsgesellschaft wohnt zur Miete

In Deutschland entscheidet nicht das Einkommen darüber, wer ein Haus besitzt – sondern die Eltern. So wird Wohnen zu einer Frage der sozialen Herkunft. Wer heute in Deutschland ein Eigenheim besitzt, verdankt das häufig nicht der eigenen Arbeit, sondern den Eltern. Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin: Kinder von Immobilieneigentümern haben eine höhere ...

DIW Berlin
@kaffeeringe @prefec2 @BlumeEvolution die Analyse "Eigenheim Hindernisse" ist nachvollziehbar, die Folgerung auf die Finanzierung zu konzentrieren, scheint mir zu einseitig. Es sollte wieder weniger kosten!
Die überzogenen Grundstückspreise verschaffen bestehenden Grundeigentümern große Vorteile, können diese wieder vermindert werden?
Mit Initiativen zum einfacher Bauen wurden Abstriche an hiesigen Baustandards formalisiert. Gerade für den Selbstbezug kann auf manche Schnörkel verzichtet werden.
@KarlE @kaffeeringe @BlumeEvolution das Konzept des Einfamilienhauses, Reihenhaus oder Doppelhaushälfte zersiedelt auch das Land und sorgt für teure Infrastruktur, weil Wege lang werden. Damit erzeugt es auch viel Verkehr. Die Idee ist aber auch erst nach 1945 relevant geworden. Davor wohnten die meisten Menschen in Städten in größeren Häusern und mehrere Familien in einem Haus. Das müsste eigentlich auch die Idee für die Zukunft sein.
@prefec2 @KarlE @BlumeEvolution Das Einfamilienhaus ist die Demokratisierung des Landsitzes. 😄
@BlumeEvolution @prefec2 Ich hatte mich auf dem ZEIT-Artikel bezogen. Und wenn ich mich in den Neubaugebieten umschaue, scheint das der Traum vieler Menschen zu sein.