Experte zu Stromausfall in Treptow-Köpenick vor vier Wochen: Täter brauchen kein spezielles Wissen

"Spezielles Wissen sei für so einen Anschlag nicht erforderlich, sagt Manuel Atug, Gründer der AG Kritis - einer Gruppe von Sicherheitsexperten für kritische Infrastruktur. Täter könnten sich mit wenig Aufwand im Internet informieren.

Wer in der Suchmaschine "Stromtrassen" eingebe, finde bei der Bundesnetzagentur Karten, die genehmigte..."

https://www.tagesschau.de/inland/regional/brandenburg/rbb-stromausfall-in-treptow-koepenick-experte-taeter-brauchen-fuer-anschlaege-auf-infrastruktur-kein-spezielles-wissen-100.html

Experte zu Stromausfall in Treptow-Köpenick vor vier Wochen: Täter brauchen kein spezielles Wissen

Auch vier Wochen nach dem Anschlag auf einen Strommast im Berliner Südosten ist die Tätersuche bisher erfolglos – wie schon im Fall Tesla in Grünheide. Doch wie kann kritische Infrastruktur geschützt werden? Von Kaveh Kooroshy

tagesschau.de

"im Bau befindliche und bereits in Betrieb genommene Stromtrassen zeigen, so Atug. "Wer sich dort einliest, könnte neuralgische Punkte der Stromversorgung identifizieren."

Die frei verfügbaren Informationen hätten Vorteile, nicht zuletzt für eine offene Gesellschaft, in der sich Menschen informieren können. Das Problem sei nicht unbedingt, dass die Informationen frei zugänglich sind: "Das Problem ist, dass man keine Rückfallebenen aufgebaut hat..."

"dass man kein Notfallmanagement hat, dass man nicht den Betrieb aufrechterhalten kann, obwohl diese Information öffentlich ist", sagt Atug weiter.

Manuel Atug zweifelt nicht an der Dimension der Herausforderung, vor denen Stromnetz Berlin stand. Dennoch: Auch für solche Lagen müssten die Unternehmen schneller Lösungen finden, fordert er: "Man übt komplexe Szenarien, um dann deutlich schneller handeln zu können. Wenn die Abläufe so komplex und so langsam sind..."

"dass man 60 Stunden braucht, das sind ja mehrere Tage, dann ist das sehr suboptimal."

Einig sind sich alle, dass die Gefahr von Anschlägen nicht gebannt ist. Im Gegenteil: Kritische Infrastruktur ist weiterhin gefährdet, nicht nur von Linksextremisten, sondern auch durch hybriden Krieg. Manuel Atug fordert deshalb mehr Prävention: "Sicherheit kostet Geld, vorbereitet sein auch, eine Ersatzebene zu haben ebenfalls..."

"Aber so ein Schaden, der kostet eben auch und man sagt im Schnitt ein Euro in der Prävention spart sieben bis neun Euro in der Reaktion."
@HonkHase There's no glory in prevention…

@ralfadler @HonkHase
Sagte Drosten bei der Corona-Pandemie auch...
Und darum waren wir auch da so schlecht vorbereitet.

Darum kann ich Sensationen nicht leiden.