Eine Freundin von mir wollte mal auf Italienisch 100g Wurst bestellen. Stattdessen bat sie um "ein Bett aus Mortadella". Der Metzger bekam einen Lachkrampf.

Lustig, oder? Finde ich auch. Aber solche Geschichten sind der Grund für meine Fremdsprachenangst. 🧵

Die deutsche Fehlerkultur, in der ich aufgewachsen bin, hat ihren Teil dazu beigetragen. In der Schule war Grammatik heilig, Perfektion viel wichtiger als einfach sprechen können. Das prägt mich bis heute.
Diese irrationale Angst vor Fehlern in Fremdsprachen hat sogar einen wissenschaftlichen Namen: Xenoglossophobie. Klingt fancy, ist aber echt anstrengend.
Nur bei Englisch ist es für mich anders. Ein Schüleraustausch in Polen hat für mich da alles verändert. Meine Partnerin Aurelia und ich wollten uns einfach verstehen - und es gab weit und breit keine Grammatikpolizei.
Die Forschung bestätigt: Beim Sprachenlernen ist Verständigung wichtiger als Korrektheit. Sprache ist ein Werkzeug zur Kommunikation, Perfektionismus trennt Menschen eher. Ich wünschte, DAS hätte ich in der Schule gelernt.
Eine Bekannte von mir wollte mal eine Briefmarke in Tel Aviv kaufen und verlangte versehentlich einen Pimmel. Sie hat's mit Humor genommen. Das würde ich auch gerne. Wie gewöhnt man sich Perfektionismus ab und Humor an? Kennt ihr das Problem?
@bojerlanski Bei der Sache mit der Briefmarke und dem Pimmel habe ich mich gefragt, ob sie da nicht viel eher jemand veräppelt hat. hast du mal nachgeforscht, ob sich diese Worte wirklich ähnlich sind. Falls das ein Scherz gewesen wäre, dann hätte mir dafür ehrlich gesagt auch der Humor gefehlt.