gerade die autobiografischen "anstöße in meinem leben" von ludwig renn zu ende gelesen, welche renns letztes buch werden sollten.

vll weil renn schon 88 jahre alt war, oder eben auch aufgrund seines nüchtern-sachlichen tons ist seine autobiografie zu 2/3 ein rapport über seine erlebnisse als offizier im 1. wk bzw. danach als sipo.

seine gedanken und überlegungen, die zur hinwendung zum kommunismus führten, bleiben relativ blass. die autobiografie endet etwa bei seinem 36. lebensjahr.

spannend hingegen die schilderung der verhinderung eines blutbads an der elbbrücke in riesa in den tagen des kapp-putsch (märz 1920):

bewaffnete arbeiter entwaffneten damals eine vorrückende sipo-hundertschaft unter kommando von renn, welche eigentlich die getreidevorräte im riesaer hafen vor plünderungen sichern sollten. die arbeiter gingen jedoch auf nummer sicher. zuvor sollen die arbeiter, so renn, schon die reichswehr entwaffnet haben.

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Quelle: Stadtmuseum Riesa