Podcasts als Lern- und Entwicklungsinstrument in Unternehmen
Serielle, regelmäßig erscheinende Audiobeiträge, die schnell, mit kostengünstiger Technik und vergleichsweise geringen technischen Skills produziert, über einen RSS-Feed auf viele Plattformen verteilt und auf unterschiedlichsten Geräten in frei wählbaren Situationen gehört werden, ermöglichen neue Zugänge für Lernen in Unternehmen. Podcasts können quer zu etablierten oder formalisierten Kommunikationswegen und -regeln laufen (oder sie unterlaufen), eröffnen Lernräume, schaffen Lernanlässe, fördern Lernlust, eröffnen Kommunikationsmöglichkeiten und machen besprechbar, was nicht verschriftlicht werden kann.
In diesem Beitrag anlässlich des International Podcast Day #InternationalPodcastDay (Welche Bedeutung hat dieser Tag? Egal, manchmal braucht es Anlässe … ;) sammele ich einige Argumente, wieso Podcasts als Lernformat in Unternehmen genutzt werden sollten – als erste Grundlage für einen vielleicht in einem LERNLUST-Podcast zu vertiefenden Dialog? (Dies ist mein Bewerbungsschreiben an euch, Claudia und Susanne … 😉
Mitarbeitende an der Produktion und Nutzung eines Medienformat beteiligen, mit dem sie auch privat vertraut sind
Mein erster Punkt ist so abgegriffen, dass ich mich scheue, ihn aufzuführen … und geneigt bin, eine Gegenposition einzunehmen, denn Lernen entsteht so oft aus Ungewohnten und Unvertrautem. Nichtsdestotrotz: Laut der ARD/ZDF-Medienstudie 2024 „nutzt rund ein Drittel der
deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren zumindest gelegentlich Podcasts“. Ähnlich wie im Videobereich liegt es nahe, ein so populäres Medienformat auch als Unternehmen zu nutzen und so einen vertrauten Zugang zu Lernangeboten zu ermöglichen.
Nicht nur die Rezeption, auch die Erstellung von Podcasts kann so einfach und vertraut sein wie Telefonieren oder Schicken von Sprachnachrichten. So verschwimmen die Grenzen zwischen laienhaft und professionell erstellten Inhalten. Amateur-Inhalte können problemlos mit professionell erstellten Parts kombiniert werden, ohne dass das Gefühl eines Medienbruchs entsteht.
Spannend wird es in meinen Augen, wenn wir die Begrenzungen des Gewohnten im Podcasten überwinden: Vom gewohnt-passiven Konsum zur Weiterentwicklung des Podcast-Mediums mit Rückkanal, so wie das zumindest auf populären Videoplattformen u. a. in Reaction Videos, Shorts oder Duetts … ? vielen zur Gewohnheit geworden ist. Podcasts hinken hier noch etwas hinterher, auch wenn viele Podcasts Hörer:innen-Feedback aktiv aufgreifen und einbinden und das Podcast 2.0 Project mit dem SocialInteract-Tag eine ähnliche Idee verfolgt.
Lernen in selbst gewählten Situationen ermöglichen und verstärken
Das Vertrauen in das Medium aus dem privaten Umfeld und die niederschwellige Verfügbarkeit zu jeder Zeit auf allen Endgeräten birgt Gefahren und Möglichkeiten. Zu leicht verwischen Arbeitszeit und Freizeit und wird von Vorgesetzten implizit oder explizit gefordert, Podcasts in der Freizeit zu hören (was natürlich weder angestrebt werden sollte noch vorausgesetzt werden kann). Mitarbeitende, die mit Kopfhörern auf den Ohren lernend spazieren gehen? Für viele ein noch ungewohnteres Bild als Lernende, die am Schreibtisch sitzend Videos schauen. Während Letzteres sich etabliert hat, scheint entspanntes Lauschen zu wenig dem klassischen Bild von Arbeit zu entsprechen. Aber Spazierengehen ist die ideale (Neben-?)beschäftigung, um Gehörtes zu verfestigen und zu verarbeiten. Lernen mit Podcasts hebt den Gegensatz von Flanieren und Arbeiten auf … oder lässt His Master’s Voice auch nach Feierabend erklingen.
Wissen unternehmensintern und unternehmensübergreifend teilen
Es gibt Podcasts, die als unternehmensinternes Format starten und irgendwann zu einem öffentlichen Format werden. Technisch ist der Wechsel einfach. Der unternehmensinterne Start erleichtert die ersten Schritte und fördert die Professionalisierung. Der Schritt in die Öffentlichkeit ist mit etwas Glück und Geschick kaum mehr als eine andere Einstellung in der Software (und nur manchmal eine Abklärung formaler Fragen mit der Unternehmenskommunikation).
Kontaktmöglichkeiten schaffen
Erfahrungsgemäß sind Podcasts ein ideales Medium, um interne Mitarbeitende mit externen Personen in Kontakt zu bringen und dadurch organisationsübergreifende Lernmöglichkeiten zu schaffen. Die Brücken in die Umwelt sind vielfältig: Fachlich motivierte und fundierte Podcasts sind, sofern sie bewusst gestaltet werden, viel weniger werbeverdächtig als viele andere Medien. Außerdem bieten sie Anlässe, externe Personen als Gäst:innen einzuladen und so neue Impulse von außen ins Unternehmen zu holen, dort zu verarbeiten und dann wieder nach außen zu teilen (im Sinn von Harold Jarches Seek > Sense > Share).
Ein weiterer Nebeneffekt sind potenziell positive Auswirkungen für Recruiting und Employer Branding. Mein Arbeitgeber erhält immer wieder Bewerbungen von Menschen, die über den LERNLUST-Podcast auf tts als potenziell interessanten Arbeitgeber mit über den Podcast zugänglichen reizvollen Themen und angenehmen Mitarbeitenden aufmerksam wurden. Mit mehreren dieser Hörer:innen arbeite ich jetzt schon längere Zeit sehr gut zusammen. Diese Kolleg:innen sind dann natürlich oft nicht abgeneigt, ihr Wissen selbst im Podcast zu teilen …
Gesprächsanlässe setzen
Zum Standardrepertoire der Podcast-Gründungsmythen und Motivationsbekundungen gehört die Versicherung, man habe den Podcast gestartet, weil man einen Grund zum Einladen interessanter Gesprächspartner:innen suchte. Über Podcast-Einladungen lassen sich diese Anlässe schaffen und ihnen einen formalen, Produktivität und Output versprechenden Anstrich geben: Man ‚quatscht‘ ja nicht einfach nur, sondern schafft gleich ein Ergebnis, das ‚weiterverwertet‘ werden kann (als Artikel, Video, LinkedIn-Beitrag … der Fantasie der Marketing-Abteilungen sind keine Grenzen gesetzt).
Anlässe zur intensiven Vorbereitung schaffen
Natürlich können wir gänzlich unvorbereitet in das nun vereinbarte Gespräch mit den Traum-Gäst:innen starten. Die meisten werden dann aber den Druck verspüren, sich inhaltlich zu rüsten. Eine anstehende Podcast-Aufnahme schafft mir den notwendigen Druck, bestehende Anstreichungen in Büchern zu sortieren, die Essenz von Notizen herauszuarbeiten, bestimmte Schlüsselstellen erneut zu lesen, mich mit den baldigen Gesprächspartner:innen aus einer bewusst anderen Perspektive als bisher zu beschäftigen oder auch eigene Bezüge zum baldigen Gesprächsthema zu suchen und besprechbar zu machen.
Schön formuliert das z. B. Human Nagafi in Folge 100 des Corporate Therapy Podcasts (und noch in einer anderen Folge, die ich aber gerade nicht mehr finde 😉 Die erste 38 Folgen seien so etwas wie ihre Selbstfindungsphase gewesen … und das höre man auch. Dann hatten sie für Folge 39 Adrian Daub gewonnen und den Wunsch gehabt, sich für diese Folge gebührend vorzubereiten – mit dem entsprechenden Sprung auf ein anderes Level aller weiteren Folgen.
In Erinnerung kommt mir auch die Session „Gesprächspodcast: Gästeanfragen und Gesprächsführung“ mit Kathrin Fischer auf der SUBSCRIBE11, in der sie ihr Vorgehen zum Gewinnen prominenter Podcast-Gäste transparent machte … und dabei insbesondere betonte, wie wichtig dabei die Vorbereitung sei, um schon in der Anfrage die eigene Auseinandersetzung mit der adressierten Person und ihren Themen zu verdeutlichen.
Den Podcast als zündenden Funken, Quelle und verbindendes Element für weitere temporäre oder dauerhafte Lernevents nutzen
Wenn sich ein Podcast etabliert und eine treue Hörer:innenschaft gewonnen hat, trudelt Feedback ein, wächst die Neugier, wer sich hinter den Stimmen verbirgt, entspinnt sich ein Netzwerk an Empfehlungen oder Podcast-Gäst:innen-Alumni. Die Möglichkeiten, diese interessierten Menschen innerhalb und außerhalb des Unternehmens zusammenzuholen, sind vielfältig … z. B. in Podcast-Liveevents, gemeinsamen offenen Lernsessions oder dauerhaften Communities.
Betroffenen in Veränderungsprozessen eine Stimme geben
Wie heißt es treffend und gleichzeitig oft als Feigenblatt in Veränderungsprozessen (sei es die Einführung einer neuen Software, Umstrukturierungsmaßnahmen, neue strategische Ausrichtungen o. ä.): „Betroffene zu Beteiligten machen!“ „Mitarbeitenden eine Stimme geben!“ Podcasts können ein vergleichsweise wirkungsvolles wie risikoarmes und flexibles Medium dafür sein. Über Podcasts lassen sich Einzelstimmen von Mitarbeitenden hörbar machen. Unterschiedliche Perspektiven erhalten eine Bühne und wirken doch vergleichsweise ungefiltert und persönlich. Der Schauseitenanteil kann, je nach Positionierung des Podcasts, relativ indifferent gestaltet werden: Hört her, wir hören alle Stimmen, auch wenn es noch so obskure Einzelmeinungen sind! Wie prominent hörbar die individuellen Stimmen dann wirklich gemacht werden, hängt von der Moderation und weiteren Verwertung des Podcasts ab: Wird die Episode prominent beworben und ‚zweitverwertet‘, oder verschwindet sie schnell und wenig gehört im Verlauf der Timeline? Podcasts können, je nach Intention, deutlich entspannter und scheinbar nebensächlicher platziert werden als z. B. hervorgehobene Testimonial-Aussagen auf Plakaten oder Intranet-Seiten … oder auch besonders prominent verwendet. Ein längeres Podcast-Gespräch kann eine ganz andere Glaubwürdigkeit entfalten und ist schwerer wegzuwischen als das Plakat-Statement, dass dem Kollegen doch von der Unternehmenskommunikation vorformuliert und in den Mund gelegt scheint. Ein Archiv mit verschiedenen Stimmen der Mitarbeitenden zu Veränderungsprozessen ist wertvolles Material, mit dem sich Change-Ansätze potenziell wirksam orchestriert begleiten lassen.
Eine Bibliothek von Stimmen schaffen
Länger bestehende Podcasts werden über die Monate und Jahre zu einem wertvollen Archiv nicht nur von Einzelstimmen, sondern auch von thematischer Vielfalt, die das Unternehmen oder Teile davon beschäftigt. Diese Bibliotheken dokumentieren Entwicklung und Expertise im Unternehmen und können zu Audio-Museen ausgebaut und entsprechend kuratiert werden. Das gilt in besonderem Maße, wenn die Episoden transkribiert und durchsuchbar angeboten werden. Nach einiger Zeit finden sich zu den meisten Themen, die das Unternehmen umtreiben, Statements, wertvolle Dialoge und Kompetenzbeweise in irgendeiner Podcast-Episode. Für LERNLUST, den Podcast meiner beiden Kolleginnen Claudia und Susanne, spüre ich das in besonderem Maß … insbesondere, seitdem wir die Volltext-Transkription eingeführt haben: Bei den meisten Konzepten oder Angeboten, die ich schreibe, finde ich mittlerweile als Beleg der Kompetenz meiner Kolleg:innenschaft passende Folgen im LERNLUST-Archiv.
Informelle und formale Expert:innen hörbar machen
Die Produktion eines Podcasts im Unternehmen ist die permanente Suche nach (ungehörten) Stimmen im Unternehmen. Formale Hierarchien treten dabei oft in den Hintergrund. Wichtig ist die interessante Aussage, die Erfahrung, die Präsenz vor dem Mikrofon, die angezapften Wissensquellen und Netzwerke oder auch taktische Hörbarmachung von Expert:innen, die ansonsten keine Bühne haben. Einmal aufgenommen und publiziert klingen neue Stimmen in den In-Ear-Kopfhörern der Mitarbeitenden, die in den formalen Projektteam-Besetzungen vielleicht nie erklungen wären.
Weit entfernte Hierarchien anders hörbar machen
Nicht nur informelle und formale Expert:innen können durch Podcasts hörbar gemacht werden. Auch die Stimmen aus weit entfernten Hierarchien, aus den obersten Chef:innen-Etagen, kann ungewohnter Klang gegeben werden. Stimmen, die das Gros der Belegschaft sonst nur aus Townhalls oder aus der Tagesschau kennt, erhalten einen neuen Resonanzraum. „Alles gesagt?“ mit dem CEO … oder doch eher menschelndes Hotel Matze? Ein gewagtes Experiment …
Aufnahme und potenzielles Publikum können für Konzentration und Disziplin sorgen … oder überfordern
Die Eigenschaften des Mediums (z. B. gefühlte Unmittelbarkeit, Persönlichkeit und Glaubwürdigkeit der Stimme) sowie die (teil-)öffentliche Publikation schaffen bei manchen Menschen ein Level an Stress, das die Konzentration und Disziplin erhöht … während es für andere abschreckend und hemmend wirkt. Die Gesprächssituation und Antizipation des späteren Publikums kann beim Sammeln und Artikulieren helfen.
Abgeben von Kontrolle trainieren und Emergenz erlebbar machen
„Ich glaube, daß mancher großer Redner, in dem Augenblick, da er den Mund aufmachte, noch nicht wußte, was er sagen würde. Aber die Überzeugung, daß er die ihm nötige Gedankenfülle schon aus den Umständen, und der daraus resultierenden Erregung seines Gemüts schöpfen würde, machte ihn dreist genug, den Anfang, auf gutes Glück hin, zu setzen.“ schreibt Heinrich von Kleist in „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“ (1805-1806). So groß die Anspannung, Aufregung und gefühlt mangelhafte Vorbereitung bei Gesprächsbeginn ist: Jede Podcast-Aufnahme ist ein Experiment im kontrollierbaren Kontrollverlust und dem Gefühl intellektueller Emergenz. Die Gedanken sprudeln, stottern und stolpern vielleicht auch, aber notfalls bleibt immer der Schnitt. „Einfach weiterreden, wir können Verhaspler rausschneiden“ ist die Versicherung des Podcasts-Hosts bei Gesprächsbeginn. Dieses Sicherheitsnetz wird letztlich aber selten benötigt. Stattdessen bleibt das Staunen über die Gedanken, die sich, in der Vorbereitung nicht zu erahnen, erst im Gesprächs entwickeln.
Beziehung, Glaubwürdigkeit und Menschlichkeit stärken
So sind Podcasts ein Zeugnis unserer Fähigkeit, uns zu artikulieren, zu reflektieren, zu zweifeln und uns gemeinsam im Gespräch zu inspirieren. In guten Gesprächen entsteht eine spontane Beziehung zwischen Gäst:in und Host, die sich hin zu den Hörer:innen überträgt und sie im besten Fall einbezieht.
Mit jeder Pause, jedem Ääähm, jedem Ringen nach Worten und jeder Ausprägung des Sprachduktus hören wir den Gesprächspartner:innen beim Denken zu und machen die Produktionsbedingungen transparent (Ich erinnere mich, dass Karlheinz Pape das sehr schön in … ich vermute, es war in CLP075: Wie Podcasts zum Lernen verführen … beschreibt.) Diese Belege der Authentizität fehlen synthetisch generierten Inhalten gänzlich.
Gefühlte Emotionalität, Atmosphäre und persönliche Betroffenheit fördern
Dieses direkte Erleben von persönlicher Betroffenheit und Authentizität lässt sich gerade in Lerninhalten aufwendig z. B. durch Mittel des Storytelling erzeugen … oder relativ einfach durch die Wahl passender Gesprächspartner:innen im Podcast. Durch diesen „Begeisterungstransfer“ lassen sich selbst dröge regulatorische Inhalte im Onboarding berührend vermitteln, beschreibt Lars Hohl (derPUPE) im SUBSCRIBE10-Vortrag „Die Stimme in Konzerne hacken“: „Wenn Du demjenigen, der eine Richtlinie oder einen Prozess in einem Konzern owned, die Möglichkeit gibst, ihn auch angemessen und mit Herzblut zu vermitteln, dann überträgt sich dieses Herzblut auch mit in den Kopf der Mitarbeiter“. Bei aller Skepsis gegenüber dieser einfachen Vorstellung von „Wissenstransfer“ verstehe ich den Punkt von derPUPE: Hinter der gefühlten Flut von Vorschriften und Prozessen stehen ansprechbare Kolleg:innen, die diese gestalten, kontrollieren … und die sich, im Podcast belegt, etwas dabei gedacht haben.
Lernartefakte erstellen
Podcast-Episoden können nicht nur gezielt als Lernmaterial erstellt werden … sie können gleichzeitig Artefakte und Belege für stattgefundene Lernprozesse sein. Mit kaum einem anderen Medium lässt sich die eigene Entwicklung leichter und schneller dokumentieren als über eine Audioaufnahme. Wenn diese dann nicht über Spotify oder YouTube, sondern über eine eigene Domain of Ones Own verbreitet wird, entsteht ein echtes, eigenes Lerntagebuch.
Vielleicht formt sich daraus am Ende sogar eine Dissertation, wie in Moritz Klenks Arbeit mit dem Sprechenden Denken.?
Experimentieren
„Professionalität“ oder „Punk“? Wie in den vorherigen Abschnitten bereits mehrfach erwähnt, können wir in Podcasts oft ein Quäntchen mehr Narrenfreiheit haben als in vielen anderen Unternehmensformaten. Persönlichkeit wird in Podcasts tendenziell eher toleriert. Außerdem sind einstündige Audioformate einfach etwas weniger leicht zur ‚prüfen‘ als ein Bild- oder Textbeitrag. Podcasts laden dazu ein, mit ihnen zu experimentieren und sie kreativ zu bespielen. Crossover zu Serienhörspielen, Hybride mit anderen Medien, Takeover, Audiobarcamps … alles ist möglich! Ein bisschen Mythos von Piratenradio im Konzern … oder „Punk Rock Podcasting“, wie Benjamin Lorch das zwar in etwas abgeschmackten Worten, aber inhaltlich lesenswert auf dem Blog des Softwareherstellers Hindenburg beschreibt.
Visuelle, körperliche oder räumliche Lernerfahrungen mit Audio augmentieren
Ich höre Podcasts in vielen unterschiedlichen Situationen. Auf der Straße, im Wald, am Schreibtisch, in der Küche, in allen möglichen Verkehrsmitteln, spazierend, im Fitnessstudio, mitschreibend oder manuell anderweitig beschäftigt … und ich kann mich genau an Details vieler Podcastfolgen erinnern, die ich in diesen Situationen hörte. Scheinbar zusammenhanglose Abrufreize haben das dabei Gehörte in meinem Gedächtnis verankert.
Wie ich in dem Abschnitt zu Doris Schuppes #AudioBC21-Session „Audio-Aspekte für Online-Trainings und -Workshops“ schon schrieb: Lasst uns damit experimentieren, wie wir mit Podcasts Lernerfahrungen in Lernangebote anreichern können. Wie verändert sich eine körperliche Trainingssituation durch einen Podcast im Ohr? Was können wir mit Augmented Audio anstellen? Wie machen wir Podcasts zu Knowledge Boostern? Wie lassen sich Lernerfahrungen durch eine integrierte Podcast-Produktion erweitern? Ich hoffe, dieser Beitrag gibt dafür einige Anregungen zum Weiterdenken und Weitersprechen.
Beispiele für Podcasts in Unternehmen von Simon Dückert aus dem „Die Stimme in Konzerne hacken“-Vortrag
Im oben bereits erwähnten SUBSCRIBE10-Vortrag nennt Simon Dückert ab Minute 7:34 folgende Beispiele von Podcasts in Unternehmen. Eine inspirierende und leicht zu erweiternde Liste:
– Knowledge-Podcasts
– Research-Podcast
– Schulungs-Podcast
– Kampagnen-Podcast
– Meetup-/Speaker-Series-Podcast
– Konferenz-Retrospektive-Podcast
– Executive-Podcasts
– Lessons-Learned-Podcast
– Expert-Debriefing-Podcasts
– Onboarding-Podcast
(Das Beitragsbild ist eine Illustration mit dem Titel „Editorial Rooms of the Phonographic Journal of the Future.. (Dictating News Cylinders.)“ von Albert Robida aus Octave Uzannes Buch „The End of Books“ (1894), online als Public Domain zugänglich.)
