(1/X) In meiner Forschung geht es u.a. darum, wie sich #Mobilitätsverhalten zwischen den #Geschlechtern unterscheidet. Dabei zeigt sich: Verkehr ist kein neutrales System, sondern spiegelt gesellschaftliche Rollenverteilungen wider – und reproduziert sie zugleich.
(2/X) Beispiel: Frauen legen häufiger Wege im Kontext von Sorgearbeit zurück. Diese Wege sind oft komplexe Ketten (Kita→Schule→Arbeit). Genau solche Bedarfe sind in der klassischen Mobilitätsplanung bisher kaum berücksichtigt – mit Folgen für Alltag und Teilhabe (Bild: Maike Spitzner/Böll Stiftung)
(3/X) Das fossile, autozentrierte Verkehrssystem ist zudem eng mit traditionellen #Männlichkeitsbildern verbunden: Unabhängigkeit, Dominanz, Status, Produktivität, z.T. Aggressivität. Verkehr prägt also nicht nur Alltagsroutinen, sondern auch Vorstellungen von Geschlecht und Identität.
(4/4) Gerade deshalb sind aktuelle Konflikte um die #Mobilitätswende so ein wichtiger Forschungsbereich: Sie sind nicht nur Auseinandersetzungen um Technik oder Infrastruktur, sondern auch um gesellschaftliche Rollen, Macht und Identität.