@StmpAch @chrisstoecker Es lässt sich auch ganz gut damit erklären, was Mitgefühl und Sozialverhalten "bringt" bzw. "kostet":
Wenn alle wenig haben (nach Krieg, Katastrophe, Währungsreform etc.) ist Sozialverhalten ungefährlich (man hat nichts zu verlieren), bietet aber Chancen (die richtigen Netzwerke aufbauen, Ansehen gewinnen).
Wer später immer noch wenig hat, für den ändert sich daran nichts. Wer aber viel hat, für den sieht es anders aus: Sozialverhalten kann eigentlich nur Verlust bringen (ich muss was abgeben), bietet aber kaum Chancen (ich habe schon die richtigen Netzwerke und Ansehen).
Für Habende ist asoziales Verhalten hingegen viel attraktiver: es ist nicht riskant (ich muss nichts abgeben), bietet aber große Chancen (ich werde fast sicher Gewinne machen). Gut, das Geld brauche ich nicht und mein Ansehen steigt insgesamt kaum - innerhalb meiner Peergruppe aber sehr wohl, und das fühlt sich wie Aufstieg an.
Bewusst oder nicht, asoziales Verhalten ist erstmal logisch.