Auf dem Areal von Österreichs zweitgrößtem Konzentrationslager für Frauen wird ein Gewerbepark errichtet. Ich war heute in Leobersdorf, um mir die Baustelle anzusehen. Meine Anwesenheit fanden die Arbeiter (1/3)
so interessant, dass mit mir über Fotografie diskutiert wurde und die Arbeit eine beachtliche Zeit ruhte. Die waren echt sehr alert - warum? sagten sie nicht. Ich habe natürlich die Baustelle nicht betreten. (2/3)
Gegenüber der Baustelle steht übrigens ein leeres Outlet- Center, das verfällt.
Es ist nicht nur die Baustelle auf einem KZ- Gelände eine Schande, sondern auch, dass es dort nicht gibt, dass an die Gefangenen erinnert. Nichts. (3/3)

@msulzbacher Frage: wem gehört das Areal? Ich nehme an, während des Betriebs des Lagers war das Gelände im staatlichen Eigentum. Wenn es heute nicht der Republik Österreich gehört, was ist nach der Naziherrschaft passiert?

Ich habe auch von anderen Orten in Österreich erfahren, wo statt Gedenken großes Unwissen um die dortigen Gräueltaten und um die tragischen Schicksaleherrscht. Offenbar war die halbherzige Entnazifizierung nicht der einzige Schandfleck der Nachkriegszeit.

@Markus Sulzbacher es ist so falsch, auf so vielen Ebenen...