Meine Tochter schickte mir gestern einen Text. Sie hat ihn von Threads. Und auch wenn ich fast sicher bin, dass er von AI generiert ist, finde ich ihn extrem krass weil es so naheliegend ist und quasi ein Blick in die Zukunft. Ic poste den Text morgen noch mal, liest ja um diese Uhrzeit kaum jemand, aber ich hau ihn trotzdem mal raus.
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„Ich bin 20. Und ich habe mehr Angst vor dem August als vor irgendetwas anderem auf dieser Welt.“
Tagebucheintrag – 16. August 2050
Es sind heute 44 Grad. VIERUNDVIERZIG. Ich kann nicht schlafen, nicht atmen, nicht klar denken. Wir haben seit über einer Woche keinen Strom mehr – der Generator im Haus meiner Eltern ist gestern auch ausgefallen. Keine Klimaanlage, kein Kühlschrank, nur noch stickige, stehende Hitze.
Ich habe mir die Hände verbrannt, als ich heute Morgen die Tür anfassen wollte. Die Stadt hat wieder Wasserrestriktionen angekündigt – eine Dusche ist Luxus. Drei von fünf Supermärkten in unserer Umgebung sind seit letzter Woche leer oder wegen Plünderungen geschlossen. Gestern gab es Tumulte in der Innenstadt – zwei Menschen wurden erschossen, als sie um Wasser gestritten haben.
Ich frage mich: Wussten sie es nicht? Meine Großeltern, meine Eltern, ihre Politiker, ihre Unternehmen? Die Wissenschaft hat doch längst gesagt, was passiert. Sogar grafisch dargestellt – in Farben, die so laut schreien, wie die Sirenen, die heute Nachmittag wieder durch die Stadt geheult haben.
Sie haben es gewusst. Sie wussten, was +2 Grad bedeuten. Und trotzdem wurde geflogen, investiert, gewachsen, gelogen – als gäbe es kein Morgen. Jetzt ist „kein Morgen“ plötzlich real.
Wir haben den Sommer seit Wochen nicht mehr „verlassen“. Kein Kino, keine Reisen, kein Baden. Stattdessen Warnungen, Blackouts, Notrationen. Meine Schwester hat vor zwei Tagen geweint, weil sie dachte, sie müsse sterben – sie konnte vor Hitze nicht aufhören zu zittern. Ich wusste nicht, was ich sagen soll. Ich habe es einfach hingenommen.
Was ich aber nicht mehr hinnehmen kann: Das Schweigen von damals. Das “Wir konnten ja nichts tun.” Ihr konntet. Ihr habt euch entschieden, es nicht zu tun.
by Reduceconfidence
